Per­so­na­lien

Echte Heldinnen

• Kunst imi­tiert manch­mal das Le­ben, und im Fall der Schau­spie­le­rin Le­ti­tia Wright, 24, soll die rea­le Welt jetzt da­von pro­fi­tie­ren: Der Star aus dem Sci­ence-Fic­tion-Block­bus­ter »Black Pan­ther« nutzt sei­ne Po­pu­la­ri­tät, um jun­ge Frau­en für Wis­sen­schaft und Tech­nik zu be­geis­tern. Für den Su­per­hel­den­film spiel­te Wright eine su­pers­mar­te Na­tur­wis­sen­schaft­le­rin. Jetzt tritt sie in ei­nem Image­film des Kon­zerns Shell auf und spricht mit Stu­den­tin­nen, die an der Ent­wick­lung neu­er Tech­no­lo­gi­en ar­bei­ten. Die Idee da­hin­ter: »Ech­te In­ge­nieurs­hel­din­nen« re­gen mehr Frau­en an, män­ner­do­mi­nier­te Fä­cher wie Ma­schi­nen­bau zu stu­die­ren. Die im süd­ame­ri­ka­ni­schen Gu­ya­na ge­bo­re­ne und in Lon­don auf­ge­wach­se­ne Schau­spie­le­rin be­rich­tet, dass ihre Fi­gur Shu­ri enor­me Re­ak­tio­nen her­vor­ge­ru­fen habe: »Eine Schleu­se öff­ne­te sich. Vie­le Frau­en wa­ren dank­bar, weil sie sich end­lich re­prä­sen­tiert ge­fühlt ha­ben.« Ihr selbst habe die Ar­beit an dem Film die Au­gen ge­öff­net; seit­dem sei sie fas­zi­niert von Tech­no­lo­gie und For­schungs­ar­beit. Und sie glau­be fest dar­an, dass man Vor­bil­der brau­che: »Du musst et­was se­hen, da­mit du ver­stehst, dass du es auch tun kannst.«

1967

Tourette royal

• Die schö­ne, wil­de Schwes­ter der Queen, Prin­zes­sin Mar­ga­ret, starb 2002 im Al­ter von 71 Jah­ren. Jetzt er­lebt sie eine Art Re­vi­val. Ge­ra­de ist eine Bio­gra­fie er­schie­nen ("Ni­n­e­ty-Nine Glim­p­ses of Prin­cess Mar­ga­ret"), und die BBC hat eine zwei­tei­li­ge Do­ku­men­ta­ti­on über die Frau an­ge­kün­digt, de­ren »Le­ben und Lie­ben die so­zia­le und se­xu­el­le Re­vo­lu­ti­on wi­der­spie­geln, die Groß­bri­tan­ni­en im 20. Jahr­hun­dert durch­lau­fen hat«. Mar­ga­ret galt als Re­bel­lin und stand ihr Le­ben lang un­ter ver­schärf­ter Be­ob­ach­tung: Ihr ge­sell­schaft­li­ches Auf­tre­ten, ihre Art, sich zu klei­den, ihre Ehe mit dem bür­ger­li­chen Fo­to­gra­fen An­t­o­ny Arm­strong-Jo­nes, der zum Lord Snow­don ge­adelt wur­de, al­les er­reg­te die bri­ti­sche Na­ti­on. Ihr Bio­graf Craig Brown dia­gnos­ti­ziert »eine spe­zi­el­le roya­le Form des Tou­ret­te-Syn­droms, das bei dem Lei­den­den den schier un­be­zwing­ba­ren Drang her­vor­ruft, das Fal­sche zu sa­gen«. Das ak­tu­ell so gro­ße In­ter­es­se an Mar­ga­ret dürf­te auch durch die wun­der­ba­re Dar­stel­lung ih­rer Per­son in der Net­flix-Se­rie »The Crown« her­vor­ge­ru­fen wor­den sein. In Staf­fel drei wird die 30-jäh­ri­ge Schau­spie­le­rin Va­nes­sa Kir­by al­ler­dings aus Al­ters­grün­den ab­ge­löst. Ihre Kol­le­gin He­le­na Bon­ham Car­ter, 52, soll die Prin­zes­sin ab Mit­te der Sech­zi­ger­jah­re ver­kör­pern.

Sparen und schimpfen

• Der Chef der Bil­lig­flug­li­nie Rya­nair, Mi­cha­el O'­Lea­ry, 57, laut­star­ker Ver­tre­ter der Ge­schäfts­stra­te­gie »Spa­ren, Spa­ren, Spa­ren«, zieht Kon­se­quen­zen aus den tu­mul­tuö­sen Vor­gän­gen in sei­ner Fir­ma: Er ver­zich­tet auf sei­nen Bo­nus. Die Höhe der Son­der­zah­lung wird auf un­ge­fähr eine Mil­li­on Euro ge­schätzt. Die An­kün­di­gung folg­te der Ver­öf­fent­li­chung der Bi­lanz für das Ge­schäfts­jahr 2017/​18, wo­nach Rya­nair Re­kord­ge­win­ne ver­zeich­net. Doch nach cir­ca 20 000 Flug­aus­fäl­len be­reits im ver­gan­ge­nen Jahr und an­dau­ern­den Streiks von Rya­nair-Mit­ar­bei­tern, die für bes­se­re Be­zah­lung und Ar­beits­be­din­gun­gen kämp­fen, will der Chef of­fen­bar nicht so tun, als ob al­les in Ord­nung wäre. Den For­de­run­gen nach­zu­ge­ben kommt für ihn eben­falls nicht in­fra­ge: Als Ant­wort auf die Strei­kan­kün­di­gung deut­scher Pi­lo­ten droh­te O'­Lea­ry jetzt da­mit, noch mehr Jobs als bis­her nach Po­len zu ver­la­gern.

Einfach am Leben bleiben

• Der ame­ri­ka­ni­sche Mu­si­ker Bil­ly Joel, 69, fei­er­te ge­ra­de sei­ne 100. Show im Ma­di­son Squa­re Gar­den – und wei­gert sich, vom Auf­hö­ren zu spre­chen. Vor al­lem weil er nicht zu je­nen Ve­te­ra­nen der Rock- und Pop­bran­che ge­hö­ren will, die ge­fühlt seit zehn Jah­ren auf Ab­schieds­tour un­ter­wegs sind. Dass er bis in alle Ewig­keit so wei­ter­ma­chen kann, glaubt Joel na­tür­lich nicht. Die fast drei­stün­di­gen Auf­trit­te er­schöp­fen ihn sehr, das war frü­her nicht so. Seit knapp fünf Jah­ren lockt er Mo­nat für Mo­nat an die 20 000 Men­schen in die New Yor­ker Are­na; zu­vor war er be­reits über 40-mal dort auf­ge­tre­ten. Wei­te­re fünf Jah­re, so glau­be er, kön­ne er phy­sisch gar nicht durch­hal­ten, sag­te er jetzt der »New York Times«. Aber eine An­sa­ge, wann er auf­hört, will er auch nicht ma­chen. So­lan­ge er sei­nen ei­ge­nen An­sprü­chen ge­nü­ge, wol­le er wei­ter­ma­chen. Die sei­en eher hoch: »Mir ge­fällt das al­les zu gut, um es schlecht zu ma­chen.« Was das Ge­heim­nis sei­ner lan­gen Kar­rie­re sei, wer­de er oft ge­fragt. »Ich bin nicht ge­stor­ben«, ant­wor­te er dann. Das funk­tio­nie­re für ihn ganz gut.

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