Schrift­stel­le­rin Dal­cher: Grel­le Far­ben

Geht's dir gut? Nein

Literatur  In dem Roman »Vox« schildert die amerikanische Autorin Christina Dalcher eine Welt, in der Frauen nur 100 Wörter pro Tag sprechen dürfen. Ein feministischer Thriller.

Frau­en re­den nicht mehr als Män­ner. Un­ab­hän­gig vom Ge­schlecht braucht je­der von uns pro Tag etwa 16 000 Wör­ter, um mor­gens die Kin­der in die Schu­le zu ver­ab­schie­den, um in der Kon­fe­renz dem Chef zu wi­der­spre­chen, der Kas­sie­re­rin im Su­per­markt ei­nen schö­nen Tag zu wün­schen und am Abend mit dem Part­ner oder mit Freun­den al­les noch mal durch­zu­quat­schen. Ein Un­ter­schied exis­tiert aber doch: Wenn Frau­en ähn­lich vie­le Wor­te ma­chen wie Män­ner, ha­ben alle den Ein­druck, sie wür­den über­durch­schnitt­lich viel re­den. »An­dro­zen­tri­sche Re­gel« nann­te das die Lin­gu­is­tin Jen­ni­fer Coa­tes schon vor 30 Jah­ren: Män­ner wie Frau­en sind of­fen­sicht­lich nach wie vor dar­auf kon­di­tio­niert, dass sich Frau­en im Ge­spräch mit Män­nern eher zu­rück­hal­ten und ih­nen die grö­ße­ren Wort­an­tei­le über­las­sen soll­ten – das Er­klä­ren der Welt. Tun sie das nicht, er­schei­nen sie als ge­schwät­zig.

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