Macrons fal­scher Poli­zist

Analyse Wie Frankreichs Präsident sich mit einem absurden Skandal selbst schwächt

von Britta Sandberg

Die Fünf­te Re­pu­blik ist nicht ge­ra­de arm an Af­fä­ren: Frank­reichs Prä­si­den­ten führ­ten schwar­ze Kas­sen, hat­ten heim­li­che Ge­lieb­te und vom Staat be­schütz­te Zweit­fa­mi­li­en. Aber Po­li­zis­ten, die Haus­durch­su­chun­gen im Élysée durch­füh­ren, ver­stö­ren selbst die Fran­zo­sen. Am ver­gan­ge­nen Mitt­woch nah­men sich Er­mitt­ler das Büro von Alex­and­re Ben­al­la vor, dem ehe­ma­li­gen Leib­wäch­ter Em­ma­nu­el Ma­crons. Nach ei­ner 1.-Mai-De­mons­tra­ti­on in Pa­ris hat­te sich Ben­al­la ei­nen Po­li­zei­helm auf­ge­setzt, grund­los auf ei­nen Mann ein­ge­prü­gelt und eine jun­ge Frau bru­tal in den Klam­mer­griff ge­nom­men. »Le Mon­de« mach­te den Vor­gang vor zehn Ta­gen pu­blik. Die Op­po­si­ti­on spricht seit­her von ei­ner »af­fai­re d'État«, da­bei ist ein au­ßer Rand und Band ge­ra­te­ner Leib­wäch­ter ei­gent­lich nicht ge­nug für eine Staats­af­fä­re. Dass sie trotz­dem zu ei­ner wur­de, liegt dar­an, dass Ma­cron die An­ge­le­gen­heit bis heu­te nicht ernst nimmt. Nach der Prü­ge­lei wur­de Ben­al­la für zwei Wo­chen vom Dienst sus­pen­diert. Sonst ge­schah lan­ge nichts.

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