Per­so­na­lien

Von Ottern und Robotern

• Zwei Zahn­pas­ta­tu­ben sind mit schuld dar­an, dass Col­li­en Ul­men-Fer­nan­des, 36, zur Kin­der­buch­au­to­rin wur­de. Sie la­gen im Bad ei­nes Ho­tels, in dem die Schau­spie­le­rin und ihre Fa­mi­lie Ur­laub mach­ten. Auf der ei­nen Tube war ein Jun­ge mit ei­nem Fern­rohr zu se­hen, auf der an­de­ren eine Prin­zes­sin, die sich im Spiegel be­trach­tet. »Der ak­ti­ve Jun­ge, das pas­si­ve Mäd­chen. Sol­chen Kli­schees sind Kin­der stän­dig aus­ge­setzt«, sagt Ul­men-Fer­nan­des. »Kein Wun­der, dass vie­le Frau­en sich spä­ter kei­ne Füh­rungs­po­si­ti­on zu­trau­en.« Zwei Ot­ter sol­len hel­fen, das zu än­dern: Lot­ti und Otto, die Hel­den in Ul­men-Fer­nan­des' Buch, das im Sep­tem­ber er­scheint. Der schüch­ter­ne Otto näht und backt gern, Lot­ti ist laut und hat selbst vor Mons­tern kei­ne Angst. In gender­neu­tra­ler Er­zie­hung üben sich Ul­men-Fer­nan­des und ihr Mann, Schau­spie­ler Chris­ti­an Ul­men, auch bei ih­rer ge­mein­sa­men Toch­ter. Ein Ro­bo­ter sei nichts für Mäd­chen, hat­te die ih­ren El­tern er­klärt. Als Ge­schenk zu ih­rem sechs­ten Ge­burts­tag ak­zep­tier­te sie ihn dann doch. Seit­her ist er im Dau­er­ein­satz.

Prinzes­sin­nen­pro­bleme

• Wenn eine An­ge­hö­ri­ge des ja­pa­ni­schen Kai­ser­hau­ses wie Prin­zes­sin Mako, 26, ihre Hoch­zeits­plä­ne be­kannt gibt, wird ge­nau hin­ge­schaut. Im ver­gan­ge­nen Jahr war pu­blik ge­wor­den, dass Mako, äl­tes­te En­ke­lin des ja­pa­ni­schen Kai­sers Aki­hi­to, den Ju­ra­stu­den­ten Kei Komu­ro, 26, ehe­li­chen will. Die ei­nen fan­den es gut (Mo­der­ni­sie­rung des Kai­ser­hau­ses!), die an­de­ren schlecht (ein Bür­ger­li­cher!). Ende 2017 gab es Be­rich­te, dass Komu­ros Mut­ter sich eine grö­ße­re Sum­me Geld ge­lie­hen habe und die Schul­den nicht zu­rück­zah­le. Kurz dar­auf kam die Nach­richt, der Hoch­zeits­ter­min sei vom Herbst die­ses Jah­res auf das Jahr 2020 ver­scho­ben wor­den. Das Kai­ser­li­che Hof­amt, zu­stän­dig für al­les Pro­to­kol­la­ri­sche der roya­len Fa­mi­lie, ver­schob fast gleich­zei­tig die of­fi­zi­el­le Ver­lo­bungs­fei­er. Ein Teil der ja­pa­ni­schen Pres­se äu­ßer­te wach­sen­de Zwei­fel an Komu­ros Eig­nung als Ge­mahl der Kö­nig­li­chen Ho­heit. Komu­ro, der die Prin­zes­sin vor sechs Jah­ren an der Uni­ver­si­tät von To­kio ken­nen­lern­te, will jetzt an der Ford­ham Uni­ver­si­ty in New York sei­nen Mas­ter­ab­schluss ma­chen. Die Uni­ver­si­tät hieß ihn mit ei­ner Pres­se­mit­tei­lung als »Ver­lob­ten der Prin­zes­sin Mako von Ja­pan« will­kom­men – und rief da­mit das Kai­ser­li­che Hof­amt auf den Plan: Komu­ro sei kei­nes­falls der Ver­lob­te; die Uni sah sich ge­zwun­gen, den Text zu än­dern. Be­ob­ach­ter sor­gen sich, ob die Be­zie­hung der jun­gen Leu­te die­sen Be­las­tun­gen ge­wach­sen sei. Doch es gibt Hoff­nung: Die Prin­zes­sin wird nach ei­nem of­fi­zi­el­len Be­such in Bra­si­li­en die­se Wo­che ei­nen Auf­ent­halt in New York ein­le­gen, wo ihr Fast­ver­lob­ter nun wohnt.

Barrikaden gegen Paparazzi

• Viel­leicht hat ihn die Nach­richt des Wirt­schafts­ma­ga­zins »For­bes«, er sei der am bes­ten ver­die­nen­de So­lo­mu­si­ker des ver­gan­ge­nen Jah­res, et­was auf­ge­mun­tert. An­sons­ten muss­te der bri­ti­sche Sin­ger-Song­wri­ter Ed Shee­ran, 29, in letz­ter Zeit eher schlech­te Pres­se ver­kraf­ten. Jetzt kam auch noch der Vor­wurf, er ver­bar­ri­ka­die­re sein Grund­stück im vor­neh­men Lon­do­ner Wes­ten, und zwar ge­gen Ob­dach­lo­se. Shee­ran be­sitzt ein meh­re­re Mil­lio­nen teu­res Haus, das ge­ra­de aus­ge­baut wird. Das zu­stän­di­ge Pla­nungs­bü­ro hat­te eine Bau­ge­neh­mi­gung für hohe Me­tall­zäu­ne be­an­tragt, mit der Be­grün­dung, das Haus sei so si­che­rer, auch vor Ob­dach­lo­sen, die ihr Nacht­la­ger wo­mög­lich im Vor­gar­ten auf­schla­gen wol­len wür­den. So wird es je­den­falls in der bri­ti­schen Pres­se kol­por­tiert. So­gar der se­riö­se »In­de­pen­dent« ließ sich zu der Schlag­zei­le hin­rei­ßen: »Der ehe­ma­li­ge Ob­dach­lo­se Ed Shee­ran plant Anti-Ob­dach­lo­sen-Zäu­ne vor sei­nem Haus.« Shee­ran selbst sagt, er sei nie ob­dach­los ge­we­sen, son­dern habe An­fang der 2000er-Jah­re le­dig­lich »ein paar Näch­te« kein Dach über dem Kopf ge­habt. Da­mals schrieb er sei­nen Song »Home­l­ess«. Auf Ins­ta­gram wies er auf sein En­ga­ge­ment für Ob­dach­lo­sen­hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen hin, nie­mals wür­de er Zäu­ne zur Ab­wehr die­ser Men­schen bau­en las­sen. Di­rekt an die Klatsch­zei­tung »The Sun« ge­wandt, schrieb er: »Der Grund sind die Pa­pa­raz­zi, die du en­ga­gierst, die will ich von mei­ner Haus­tür fern­hal­ten. Ei­nen schö­nen Tag noch.«

Einhörner unter sich

• Frü­her oder spä­ter gibt an­schei­nend je­der, der je­mals im Licht der Öffent­lich­keit stand, die­ser Ver­su­chung nach: die Er­in­ne­rung an jene Zeit auf­zu­schrei­ben und der Welt zu­rück­zu­ge­ben – ob die will oder nicht. So hält es auch Sean Spi­cer, 46, im ver­gan­ge­nen Jahr für sechs Mo­na­te Pres­se­spre­cher des Wei­ßen Hau­ses. Spi­cer wur­de gleich nach der Amts­ein­füh­rung Do­nald Trumps welt­weit be­kannt, weil er be­haup­te­te, die Men­schen­men­ge bei des­sen Ver­ei­di­gung sei grö­ßer ge­we­sen als je­mals zu­vor – in die­sem Zu­sam­men­hang ent­stand dann die Er­fin­dung der »al­ter­na­ti­ven Fak­ten«, die so cha­rak­te­ris­tisch ist für die Ära Trump. Spi­cers ge­ra­de er­schie­ne­nes Buch heißt »The Brie­fing« und zeich­net sich durch gro­be Feh­ler, gro­ße Trump-Ver­eh­rung und ge­wag­te Me­ta­phern aus. Spi­cer be­zeich­net sei­nen ehe­ma­li­gen Chef, dem er of­fen­bar nach wie vor treu er­ge­ben ist, als »Rock­star« und als »Ein­horn«, als je­man­den, der ein Ein­horn »über den Re­gen­bo­gen rei­tet«. Die Kri­ti­ker in den USA sind nicht be­ein­druckt. Po­ten­zi­el­le Le­ser bis­her auch nicht; der Ver­kauf auf Ama­zon lief je­den­falls schlep­pend an.

Sie lesen die Vorschau

Sie haben diese Ausgabe bereits gekauft oder ein digitales Abo? Dann melden Sie sich mit Ihrer SPIEGEL-ID an, um den vollständigen Artikel zu lesen. MIT SPIEGEL+ LESEN – GRATIS TESTEN

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 31/2018.