Mandala-Literatur

#MeToo  Ein Band mit Kurzgeschichten widmet sich der weiblichen Perspektive auf Sex und Macht. Der Leser wird zum Richter. Beobachtungen aus dem Prozess.

Roy-Lich­ten­stein-Werk »Un­tit­led (Pair)«, 1963: »Das Phan­tas­ti­sche, das Schöns­te und Schreck­lichs­te durch die Macht der ei­ge­nen Ge­dan­ken«

Als al­les noch ganz hek­tisch war, da­mals, im ver­gan­ge­nen Win­ter, als qua­si täg­lich Ur­tei­le ge­fällt wur­den über Män­ner und Frau­en und wie sie sich war­um ver­hal­ten hat­ten, als von »me­dia­len Hin­rich­tun­gen« und von »He­xen­jagd« die Rede war, als vie­les durch­ein­an­der­ging und sich ein Gra­ben auf­tat, den man leicht­fer­tig »Kampf der Ge­schlech­ter« nann­te und der ei­nen zwang, sich auf die eine oder die an­de­re Sei­te zu stel­len – als also das pas­sier­te, was man ge­mein­hin in die­sem Land eine De­bat­te nennt, tat sich auf ein­mal eine an­de­re Tür auf. Hin­ter die­ser Tür war es schumm­rig, die Licht­quel­le war nicht aus­zu­ma­chen, von ir­gend­wo­her ka­men Stim­men, die we­der »schrill« noch »ab­wie­gelnd« wa­ren, son­dern ein­fach et­was wei­ter weg. Die Luft war ganz klar, man konn­te gut at­men. Hin­ter die­ser Tür war­te­te näm­lich eine Ge­schich­te. Kei­ne, die un­ter dem so­li­da­ri­schen Hash­tag er­zählt wur­de, son­dern eine, die in der Zeit­schrift »New Yor­ker« er­schien, un­ter der Ru­brik »Fic­tion«.

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