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Ani­mier­tes Auf­ma­cher­bild

Tat­säch­lich al­ter­na­tiv­los. Die Re­vo­lu­ti­on be­gann auf ei­nem Bür­ger­steig in Man­hat­tan, am 3. April 1973. Der In­ge­nieur Mar­tin Co­oper setz­te sie in Gang, mit ei­nem Pro­to­typ des ers­ten Mo­bil­te­le­fons der Welt. Ein beige­far­be­ner Plas­tik­kas­ten, ge­formt wie ein Kno­chen, ein Ki­lo­gramm schwer, sein Name: Mo­to­ro­la Dy­naT­AC. Co­oper stand in­mit­ten der Pas­san­ten und wähl­te die Num­mer Joel En­gels, ei­nes Kon­kur­ren­ten, an­ge­stellt bei Bell Labs. Er sag­te: „Joel, ich rufe dich von ei­nem funk­tio­nie­ren­den trag­ba­ren Te­le­fon an.“ Das Mo­bil­te­le­fon war ge­bo­ren. Die Ge­schäfts­welt, das Pri­vat­le­ben wur­den bald ru­he­lo­ser und ef­fek­ti­ver. Es er­ober­te zu­nächst die In­dus­trie­staa­ten, dann den Rest der Welt. Heu­te gibt es glo­bal mehr Mo­bil­funk­an­schlüs­se als Men­schen, und selbst in ei­ner der ärms­ten Re­gio­nen der Erde, süd­lich der Sa­ha­ra, kom­men mitt­ler­wei­le gut 70 An­schlüs­se auf 100 Ein­woh­ner. Hier ist das Han­dy nicht nur ein Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­tel, es treibt auch die wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung vor­an, die ge­sell­schaft­li­che Teil­ha­be, die De­mo­kra­tie. Op­po­si­tio­nel­le und po­li­tisch In­ter­es­sier­te bil­den mit sei­ner Hil­fe Netz­wer­ke; Far­mer in ab­ge­le­ge­nen Lan­des­tei­len be­kom­men ta­ges­ak­tu­el­le Prei­se für ihre Ware; Fa­mi­li­en ohne Bank­kon­to be­zah­len mit dem Han­dy Rech­nun­gen; Schwan­ge­re er­hal­ten In­for­ma­tio­nen über den Ent­wick­lungs­stand ih­res Ba­bys. Das Mo­bil­te­le­fon, in Eu­ro­pa oft als Stö­ren­fried und Sucht­mit­tel ver­schrien, ist in Afri­ka vor al­lem ein Mo­tor des Fort­schritts.

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