Löwenkind

Karrieren  Sawsan Chebli wurde als Tochter zweier Flüchtlinge in Deutschland geboren, es folgte ein steiler Aufstieg in der SPD. Sie soll Musterbeispiel für die Integration junger Muslime sein – und kann es doch niemandem recht machen.
Von Nicola Abé

Ber­li­ner Staats­se­kre­tä­rin Cheb­li im Bun­des­tag: »Papa, wir sind Deut­sche«

Saw­san Cheb­li war­tet. Es ist ein kal­ter Abend im März, Haupt­stadt­par­ty im Ber­li­ner SPIEGEL-Büro. Sie trinkt kei­nen Al­ko­hol. Cheb­li will noch et­was los­wer­den. Aber der In­nen­mi­nis­ter lässt sich Zeit. »Der Is­lam ge­hört nicht zu Deutsch­land«, das hat­te Horst See­ho­fer ge­ra­de im In­ter­view er­klärt. Cheb­li stürmt auf ihn zu, als sich der Mi­nis­ter end­lich durch die Gän­ge schiebt: »Sie wis­sen schon, dass Sie mit Ih­rem Satz auch Leu­te wie mich aus­gren­zen?« See­ho­fer guckt ver­dutzt. Da steht also die­se Frau vor ihm. Sie sieht nicht un­be­dingt so aus, wie man sich eine gläu­bi­ge Mus­li­min vor­stellt. Sie trägt kein Kopf­tuch, da­für ro­ten Lip­pen­stift.

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