Per­so­na­lien

Die Frage nach dem Sex

• Sie ist nicht nur für ihre Schau­spiel­kunst, son­dern auch für ihre Weib­lich­keit be­rühmt: Scar­lett Jo­hans­son, 33, preis­ge­krön­ter Hol­ly­wood­star, war im­mer­hin zwei­mal »Se­xiest Wo­man Ali­ve«. Bald soll sie sehr, sehr männ­lich zu se­hen sein. In dem Film »Rub & Tug« wird Jo­hans­son Dan­te »Tex« Gill spie­len, eine 1931 ge­bo­re­ne Frau, die sich als Mann iden­ti­fi­zier­te, in den Sieb­zi­ger­jah­ren ein Bor­dell­im­pe­ri­um be­trieb und mit ih­rem il­le­ga­len Ver­mö­gen ei­nen auf­wen­di­gen Le­bens­stil pfleg­te. Mr Gill fei­er­te gern, ver­schenk­te Dia­mant­rin­ge, leg­te sich mit Po­li­zei und Ma­fia an und muss­te wie Al Ca­po­ne we­gen Steu­er­hin­ter­zie­hung ins Ge­fäng­nis. Der Film be­fin­det sich in der Vor­be­rei­tungs­pha­se, Bil­der sind noch gar nicht öf­fent­lich ge­wor­den, aber eine ers­te Wel­le der Kri­tik traf Jo­hans­son be­reits. LGBT-Ak­ti­vis­ten be­kla­gen, dass sie die Rol­le über­haupt an­ge­nom­men habe, statt sie ei­ner Trans­gen­der-Schau­spie­le­rin zu über­las­sen. Jo­hans­son, die für die Rol­le stark zu­ge­nom­men ha­ben soll, ließ ei­nen Spre­cher auf an­de­re he­te­ro­se­xu­el­le Dar­stel­ler von Trans­gen­der-Per­sön­lich­kei­ten ver­wei­sen – kei­ne sehr hilf­rei­che Ges­te. Mr Gill hät­te die Aus­ein­an­der­set­zung viel­leicht amü­siert, er soll ei­nen hin­ter­grün­di­gen Hu­mor ge­habt ha­ben.

Schlagernde Verbindung

• Ver­non Wal­ters, ei­ner der Vor­gän­ger von Ri­chard Gren­ell, 51 (r.), lieb­te Scho­ko­la­de. Sehr viel mehr war aus sei­nem Pri­vat­le­ben nicht be­kannt. Der der­zei­ti­ge US-Bot­schaf­ter in Ber­lin ist da sehr viel mit­teil­sa­mer. Sei­nen Ins­ta­gram-Ac­count pflegt Gren­ell sorg­sa­mer als die deutsch-ame­ri­ka­ni­sche Freund­schaft. Wer ihm auf dem so­zia­len Netz­werk folgt, ist in­ner­halb kür­zes­ter Zeit bes­tens ver­traut mit sei­ner Hün­din Lola, sei­nem So­cken­ge­schmack und sei­nen Frei­zeit­ak­ti­vi­tä­ten mit dem lang­jäh­ri­gen Le­bens­ge­fähr­ten Matt Las­hey, 45. Ver­gan­ge­ne Wo­che be­geis­ter­te die bei­den ein Kon­zert von He­le­ne Fi­scher. Eben­falls an­we­sen­de Po­li­ti­ker wa­ren: Ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn, der mit Gren­ell be­freun­det ist. Und Klaus Wo­wer­eit, der als Ein­zi­ger der drei kein Sel­fie in die Klatschwelt schick­te.

Gut gelauntes Waterboarding

• Dass er das In­stru­men­ta­ri­um der Hol­ly­wood-PR-Ma­schi­ne­rie vir­tu­os be­herrscht, hat der bri­ti­sche Schau­spie­ler Sacha Ba­ron Co­hen, 46 ("Ali G«, »Bo­rat«, »Brü­no"), be­reits mehr­fach be­wie­sen. Am Sonn­tag fei­ert sei­ne neue TV-Show »Who Is Ame­ri­ca?« in den USA Pre­mie­re, in Deutsch­land ist die ers­te Fol­ge am Diens­tag via Sky zu se­hen. Im Kern scheint es Co­hen wie in der Ver­gan­gen­heit um das Ent­lar­ven, auch Vor­füh­ren sei­ner Ge­sprächs­part­ner zu ge­hen; der »Guar­di­an« glaubt, es könn­te sich um das TV-Er­eig­nis des Jah­res han­deln. Das Pres­se­ma­te­ri­al ist karg, das Ge­rau­ne groß, vor al­lem seit Co­hen über so­zia­le Me­di­en ei­nen Vi­deo­clip lan­ciert hat. Dar­in ist der ehe­ma­li­ge US-Vi­ze­prä­si­dent Dick Che­ney zu se­hen, wie er auf ei­ner zer­beul­ten Plas­tik­was­ser­fla­sche un­ter­schreibt. Gut ge­launt er­klärt er dazu, es sei das ers­te Mal, dass er ein Wa­ter­board un­ter­schrei­be. Wa­ter­boar­ding ge­hör­te sei­ner­zeit zu den so­ge­nann­ten ver­schärf­ten Ver­hör­me­tho­den der CIA und ist heu­te ver­bo­ten. Sa­rah Pa­lin, ehe­ma­li­ge US-Vi­ze­prä­si­dent­schafts­kan­di­da­tin, hat der­weil her­aus­ge­fun­den, hin­ters Licht ge­führt wor­den zu sein. Im Glau­ben, an ei­ner Do­ku­men­ta­ti­on über Kriegs­ve­te­ra­nen mit­zu­wir­ken, traf die Frau aus Alas­ka den Bri­ten, ohne ihn zu er­ken­nen: Er hat­te sich als schwer­be­hin­der­ter US-Ve­te­ran ver­klei­det.

Sie kann länger

• Die Rich­te­rin am Obers­ten Ge­richt der USA Ruth Ba­der Gins­burg, 85, ist viel­sei­tig be­rühmt: als Frau­en­recht­le­rin, als un­beug­sa­me Li­be­ra­le, so­gar als Na­mens­ge­be­rin ei­ner In­sek­ten­art (SPIEGEL 27/​2016). Jetzt schreibt sie auch noch Film­ge­schich­te: »RBG«, eine Do­ku­men­ta­ti­on über Gins­burgs Le­ben, stellt Re­kor­de auf. Seit der Pre­mie­re im Mai hat der Film zwölf Mil­lio­nen Dol­lar in den USA ein­ge­spielt, eine Sen­sa­ti­on für das Gen­re; die meis­ten Do­ku­men­ta­tio­nen brach­ten in die­sem Jahr an den Ki­no­kas­sen bis­her we­ni­ger als 200 000 Dol­lar ein. Be­mer­kens­wert: Auch in re­pu­bli­ka­nisch do­mi­nier­ten Staa­ten lockt »RBG« ins Kino. In Akron, Ohio, war in den ers­ten drei Wo­chen prak­tisch jede Vor­stel­lung aus­ver­kauft. In Tal­la­has­see, Flo­ri­da, stand der Film fünf Wo­chen lang im Pro­gramm, er ge­ne­rier­te die höchs­ten Zu­schau­er­zah­len für eine Do­ku­men­ta­ti­on in den ver­gan­ge­nen 19 Jah­ren. Rich­te­rin Gins­burg ist eine be­ken­nen­de Trump-Geg­ne­rin. Da­mit der Prä­si­dent nicht noch eine Rich­ter­stel­le am Su­pre­me Court mit ei­nem Kon­ser­va­ti­ven be­set­zen kann, hat sie ver­spro­chen, so lan­ge auf ih­rem Pos­ten zu blei­ben, bis Trump nicht mehr im Amt ist.

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