Erbärm­lich

Kommentar Die Deutsche Bank lässt sich künftig von einem Großaktionär beraten. Es ist ein Zeichen der Selbstaufgabe.

Von Martin Hesse

Die Füh­rung der Deut­schen Bank scheint je­des Ver­trau­en in die ei­ge­nen Fä­hig­kei­ten ver­lo­ren zu ha­ben. Sie be­zahlt künf­tig ei­nen ih­rer größ­ten Ak­tio­nä­re, den US-Hedge­fonds Cer­be­rus, da­für, sie bei der Sa­nie­rung zu be­ra­ten. Pro­ble­me gibt es ge­nug: Die Kos­ten sind zu hoch, die Er­trä­ge zu nied­rig, der Ak­ti­en­kurs ein Trau­er­spiel. Die Deut­sche Bank hat seit 2012 drei Chefs ver­schlis­sen, ohne ei­nen Weg aus der Mi­se­re zu fin­den. An ex­ter­nen Be­ra­tern hat es nicht ge­fehlt, Un­ter­neh­mens­be­ra­tun­gen und Kanz­lei­en ver­dien­ten gut da­bei – an­ders als bis heu­te die Deut­sche Bank. Die Ban­ker selbst ha­ben für 2017 hohe Boni ein­ge­stri­chen. Sie kas­sier­ten mehr, als der er­bärm­li­che Bör­sen­gang der Fond­s­toch­ter DWS ein­brach­te. All das hat die Bank nicht auf Kurs ge­bracht. Nun also Cer­be­rus, be­nannt nach dem my­thi­schen Höl­len­hund. Der In­ter­es­sen­kon­flikt – Be­ra­ter ei­ner­seits, Ak­tio­när an­de­rer­seits – ist evi­dent, auch wenn sich der In­ves­tor ver­pflich­tet hat, für die Dau­er des Man­dats kei­ne Ak­ti­en zu han­deln. Wer woll­te Cer­be­rus dar­an hin­dern, das er­wor­be­ne Wis­sen da­nach zu ver­sil­bern? Wer ga­ran­tiert, dass der Be­ra­ter Cer­be­rus nicht Din­ge pro­pa­giert, die dem In­ves­tor Cer­be­rus schme­cken, nicht aber an­de­ren Ak­tio­nä­ren? Ist es egal, dass Cer­be­rus auch an der Com­merz­bank be­tei­ligt ist?

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