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Abgründe  Das deutsche Rettungsschiff »Lifeline« nimmt im Mittelmeer 234 Flüchtlinge an Bord. Der Kapitän versucht tagelang vergebens, die Menschen an Land zu bringen. Was er in dieser Zeit erlebt, könnte zum Sinnbild für das Scheitern Europas in der Flüchtlingskrise werden.

Er­schöpf­tes Flücht­lings­kind an Bord der »Life­li­ne": 100 Dol­lar pro Kopf

An ei­nem Don­ners­tag­mor­gen An­fang Juli, nach Wo­chen, in de­nen fast 700 Flücht­lin­ge im Mit­tel­meer er­trun­ken sind, be­tritt ein Mann, der ge­ra­de das Le­ben von 234 Men­schen ge­ret­tet hat, das Ge­richt der mal­te­si­schen Ha­fen­stadt Val­let­ta, um sich da­für zu ver­ant­wor­ten. Der Mann, sein Name ist Claus-Pe­ter Reisch, 57 Jah­re alt, blon­des Haar, run­der Bauch, trägt ei­nen An­zug und Plas­tik­schu­he, die er sich ex­tra für die­sen Tag ge­kauft hat. Er be­tritt den Saal 24 im drit­ten Stock, ei­nen klei­nen Raum mit drei Holz­bän­ken. Auf dem Rich­ter­pult, be­zo­gen mit grü­nem Le­der, steht ein Kru­zi­fix.

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