Eine Ehe ist schön, aber nichts für Min­der­jäh­ri­ge. Lei­der se­hen das noch im­mer vie­le El­tern in vie­len Län­dern an­ders, wes­halb heu­te rund 650 Mil­lio­nen Frau­en und Mäd­chen auf der Welt le­ben, die vor ih­rem 18. Ge­burts­tag ver­hei­ra­tet wur­den. In Ni­ger gilt das für drei von vier Frau­en (77 Pro­zent) in der Al­ters­grup­pe der 18- bis 22-Jäh­ri­gen. Kin­der­hoch­zei­ten sind zu gar nichts gut. Sie be­schleu­ni­gen das Be­völ­ke­rungs­wachs­tum, be­güns­ti­gen pa­tri­ar­cha­li­sche Struk­tu­ren, ver­stär­ken die Ar­mut, er­hö­hen das Ri­si­ko der se­xu­el­len Ge­walt, hin­dern Frau­en an Bil­dung und Er­werbs­ar­beit. Die gute Nach­richt ist, dass das Durch­schnitts­al­ter von Frau­en bei der ers­ten Hei­rat in al­len Welt­re­gio­nen steigt. Die Gra­fik zeigt den ak­tu­el­len Rück­gang in aus­ge­wähl­ten Staa­ten. Sie stellt dar, wie vie­le der heu­te 23- bis 30-jäh­ri­gen Frau­en noch hei­ra­ten muss­ten, be­vor sie voll­jäh­rig wur­den, und zeigt, um wie viel die­ser An­teil bei jün­ge­ren Frau­en (18 bis 22 Jah­re) ge­sun­ken ist. In West­eu­ro­pa wur­de schon im 19. Jahr­hun­dert spä­ter ge­hei­ra­tet als an­ders­wo, ver­mut­lich, weil sich die so­zia­le Norm, dass ein ver­hei­ra­te­tes Paar für sich selbst sor­gen soll, früh durch­ge­setzt hat. In Deutsch­land lag das Durch­schnitts­al­ter erst­ver­mähl­ter Frau­en schon 1913 bei etwa 25 Jah­ren. Erst in den ver­gan­ge­nen drei Jahr­zehn­ten wur­den die Hoch­zei­ten im­mer wei­ter nach hin­ten ge­scho­ben. Deut­sche Bräu­te sind heu­te im Schnitt über 31 Jah­re alt.

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