Haus­mit­tei­lung

In die­ser Wo­che über­nimmt Öster­reich den Vor­sitz im Rat der Eu­ro­päi­schen Uni­on. Un­ter nor­ma­len Um­stän­den ist das eine we­nig be­ach­te­te Form­sa­che, aber die Um­stän­de sind seit die­sem Win­ter nicht mehr nor­mal: Rus­ti­ka­le Rechts­po­pu­lis­ten der FPÖ ha­ben in der Re­gie­rung des jun­gen Bun­des­kanz­lers Se­bas­ti­an Kurz fast alle Schlüs­sel­res­sorts über­nom­men, und sie be­herr­schen – durch ge­ziel­te Ta­bu­brü­che oder über ihre Face­book-Ka­nä­le – die öf­fent­li­che De­bat­te. SPIEGEL-Re­por­ter Ull­rich Ficht­ner ist in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten im­mer wie­der in der schö­nen Al­pen­re­pu­blik und ih­rer Haupt­stadt un­ter­wegs ge­we­sen, um der Stim­mung im Land nach­zu­spü­ren. Nach mehr als 30 aus­führ­li­chen Ge­sprä­chen auch mit Bur­schen­schaf­tern und FPÖ-Po­li­ti­kern kommt Ficht­ner zu dem Schluss, dass dem liebs­ten Ur­laubs­land der Deut­schen zwar kein Rück­fall in die Drei­ßi­ger­jah­re dro­he. »Es be­steht aber die Ge­fahr«, sagt Ficht­ner, »dass der ge­sell­schaft­li­che Frie­de durch re­ak­tio­nä­ren Mut­wil­len in die Brü­che geht.« Zehn Sei­ten sind dem The­ma in die­sem Heft ge­wid­met; in Öster­reich so­gar mit Ti­tel­bild. Die ei­gent­li­che Ti­tel­ge­schich­te be­schäf­tigt sich mit dem ak­tu­el­len Zu­stand Deutsch­lands, der al­les an­de­re als gut ist: raus­ge­flo­gen bei der Fuß­ball-WM, die Re­gie­rung schein­bar hoff­nungs­los zer­strit­ten, der Ruf der deut­schen Wirt­schaft nach der In­haf­tie­rung des Audi-Chefs Ru­pert Stad­ler an­ge­schla­gen. zum Ar­ti­kel

Ko­elbl mit sau­di-ara­bi­schem Po­li­ti­ker

Die SPIEGEL-Aus­lands­re­por­te­rin Su­san­ne Ko­elbl ist in den ver­gan­ge­nen Jah­ren im­mer wie­der nach Sau­di-Ara­bi­en ge­reist. Die­ses Mal leb­te sie auch dort, mie­te­te eine Woh­nung in Riad und er­kun­de­te drei Mo­na­te lang ein Land, das sich auf atem­be­rau­ben­de Wei­se ver­än­dert und eine neue Ba­lan­ce sucht zwi­schen Ver­gan­gen­heit und Mo­der­ne. Auf ih­ren Rei­sen saß Ko­elbl zu­sam­men mit jun­gen Un­ter­neh­me­rin­nen, die ih­ren ers­ten On­line­shop be­reits als 17-Jäh­ri­ge von ih­rem Kin­der­zim­mer aus er­öff­net hat­ten; sie wur­de ein­ge­la­den von Män­nern, die ihr beim Tee von den Pro­ble­men be­rich­te­ten, die sich ein­stel­len, wenn ein Mann eine zwei­te, jün­ge­re Ehe­frau nach Hau­se bringt. Ko­elbl fuhr durch ein Land, in dem sich jun­ge Ehe­paa­re ih­ren ers­ten Haus­stand bei Ikea kau­fen, zum Es­sen bei Mc­Do­nal­d's vor­fah­ren, aber in dem es bis vor Kur­zem nicht ein ein­zi­ges Kino gab. Mo­tor der Ver­än­de­run­gen ist der jun­ge Herr­scher Mo­ham­med bin Sal­man, der sein Land vor­be­rei­ten will auf die Zeit nach dem Öl. »Er ist ein Re­for­mer«, sagt Ko­elbl, »aber kein De­mo­krat.« zum Ar­ti­kel

Die Som­mer­fe­ri­en ha­ben ge­ra­de be­gon­nen, oder sie be­gin­nen bald. Es ist die Zeit, auf die Kin­der sich freu­en, die El­tern al­ler­dings oft rat­los macht: sechs Wo­chen, in de­nen Schul­kin­der be­schäf­tigt wer­den wol­len. »Dein SPIEGEL«, das Ma­ga­zin für Kin­der, bringt zum zwei­ten Mal ein Son­der­heft für die Fe­ri­en her­aus. Dar­in gibt es Tipps zum Bas­teln, Bau­en, Ex­pe­ri­men­tie­ren, vie­le Rät­sel und Fe­ri­en­ide­en. Au­ßer­dem im Heft: Kin­der ha­ben den Lego-Er­ben Tho­mas Kirk Kris­ti­an­sen be­sucht, der erst­mals ei­ner Zei­tung ein In­ter­view ge­ge­ben hat. Die Aus­ga­be er­scheint am Diens­tag.