Phan­tome des Som­mers

Kommentar Wer die Welt brennen sehen will, nennt sich heute konservativ. Alles eine Frage der Temperaturen?

Von Nils Minkmar

Im Som­mer dre­hen die Leu­te durch, dar­um gibt es da im­mer kom­pli­zier­te Sport­er­eig­nis­se in fer­nen Län­dern, denn die len­ken ab. Vor lau­ter Ter­min­plä­nen und Ta­bel­len kommt man nicht auf dum­me Ge­dan­ken. In ver­gan­ge­nen Som­mern ma­ni­fes­tier­te sich der kol­lek­ti­ve Wahn gern an Ba­de­se­en: Kro­ko­di­le oder Schnapp­schild­krö­ten wur­den da ge­sich­tet, ge­jagt und schließ­lich ver­ges­sen, ver­duns­tet in ei­nem som­mer­li­chen Tag­traum. Tie­re, die nicht da sind, be­schäf­ti­gen das Pu­bli­kum weit mehr als sol­che, die man täg­lich fo­to­gra­fie­ren kann. Wäre Nes­sie ir­gend­wo in ei­nem schot­ti­schen Zoo, gin­ge bald nie­mand mehr hin. Dar­um war der Im­puls der An­woh­ner ei­nes Tier­parks in der Ei­fel neu­lich sehr ein­leuch­tend. Sie mel­de­ten den Aus­bruch von Tie­ren, die doch die gan­ze Zeit ihr Ge­he­ge nicht ver­las­sen hat­ten. So bringt man Span­nung in die Idyl­le. In die­sem Som­mer ist al­les an­ders. Tie­re spie­len kei­ne Rol­le, aber in der Po­li­tik sor­gen Hor­ror­clowns für Un­ter­hal­tung in schlaf­lo­sen Näch­ten. Der neue ame­ri­ka­ni­sche Bot­schaf­ter fei­ert den ös­ter­rei­chi­schen Bun­des­kanz­ler Kurz, und auch Pu­tin tut es, und zwar, um die deut­sche Kanz­le­rin zu är­gern, Po­li­tik wie auf dem Schul­hof.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 24/2018.