Wenn das Frau Boh­se wüss­te. An­fang des Jah­res ver­öf­fent­lich­te die Ber­tels­mann-Stif­tung eine Stu­die, der zu­fol­ge bis zum Jahr 2025 an den Grund­schu­len in Deutsch­land min­des­tens 35 000 Leh­rer feh­len. 35 000, das klingt nicht gut. Man muss un­wei­ger­lich an sei­ne ei­ge­ne Schul­zeit den­ken, Ende der Sieb­zi­ger­jah­re, 34 Kin­der in der Klas­se und eine Leh­re­rin, Frau Boh­se, die alle Fä­cher un­ter­rich­te­te; alle bis auf Re­li­gi­on – das hat der Rek­tor über­nom­men. Aber die Zei­ten von Frau Boh­se sind vor­bei, Gott sei Dank. Gab es 1997 in der Grund­schu­le noch 22 Kin­der pro Leh­rer, wa­ren es 2010 im Schnitt 17 und vor drei Jah­ren nur noch 16. Da­mit steht Deutsch­land im in­ter­na­tio­na­len Ver­gleich na­tür­lich mal wie­der gut da: Im welt­wei­ten Durch­schnitt kom­men auf ei­nen Grund­schul­leh­rer knapp 24 Schü­ler, in Eu­ro­pa und Zen­tral­asi­en sind es 18 und in Nord­ame­ri­ka 15. Am bes­ten schnei­det Nor­we­gen ab (1:9), am schlech­tes­ten die Zen­tral­afri­ka­ni­sche Re­pu­blik (1:80). Die­se Zah­len sa­gen nichts dar­über aus, wie vie­le Stun­den die Kin­der in der Schu­le ver­brin­gen und ob sie dort ge­nü­gend ler­nen. Sie die­nen je­doch als In­di­ka­tor für den Le­bens­stan­dard in ei­nem Land. Je bes­ser die Schu­len per­so­nell aus­ge­stat­tet sind, des­to hö­her ist er. In Deutsch­land sit­zen im Schnitt 21 Kin­der in ei­ner Grund­schul­klas­se, in Süd­ko­rea sind es mehr, trotz­dem for­dern bei uns El­tern- und Leh­rer­ver­bän­de stän­dig klei­ne­re Klas­sen. Da­bei schnei­den die Asia­ten bei Ver­gleichs­ar­bei­ten bes­ser ab; im Le­sen, Rech­nen, Schrei­ben. Das hat ver­mut­lich auch mit der Qua­li­tät der Leh­rer zu tun. Aber das ist ein an­de­res The­ma.

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