Haus­mit­tei­lung

Mayr, Papst Fran­zis­kus

Das Pfingst­wun­der, glau­ben Chris­ten, sei der An­fang der Kir­che. In ei­ner Ge­schich­te vol­ler Dra­men und Ver­bre­chen wur­de dann aus ei­ner Grup­pe von Apos­teln die Welt­macht Va­ti­kan. Als Au­tor Cle­mens Hö­ges und Rom-Kor­re­spon­dent Wal­ter Mayr mit der Re­cher­che be­gan­nen, sah es so aus, als könn­te da ein Span­nungs­ver­hält­nis ent­ste­hen: Hö­ges hält Göt­ter für eine der ge­fähr­lichs­ten Er­fin­dun­gen der Mensch­heit. Mayr ist ka­tho­li­scher Kirch­gän­ger, traf in den ver­gan­ge­nen Wo­chen In­si­der und so­gar Papst Fran­zis­kus und des­sen Vor­gän­ger Be­ne­dikt XVI. Doch es ging ja nicht um Gott oder Glau­ben, son­dern um eine zu­tiefst mensch­li­che Or­ga­ni­sa­ti­on. Am Ende konn­ten sich die Au­to­ren auf ein Fa­zit des Erz­bi­schofs Ge­org Gäns­wein ei­ni­gen: »In der Ge­schich­te des Va­ti­kan gibt es Groß­ar­ti­ges und Er­bärm­li­ches, Hei­li­ges und Un­hei­li­ges – und das al­les un­ter dem ei­nen Dach.« zum Ar­ti­kel

Auch im Bud­dhis­mus ge­schieht Un­hei­li­ges: Der Abt Thich Thi­en Son ver­sprach in hes­si­schen Klös­tern über Jah­re Er­leuch­tung – und soll un­ter die­sem Vor­wand Klos­ter­schü­ler se­xu­ell be­läs­tigt ha­ben. Ann-Kat­rin Mül­ler und Anna Sa­wer­thal re­de­ten mit Be­trof­fe­nen und mit Zeu­gen ei­nes Ge­sprächs, bei dem der Abt Se­xu­al­kon­tak­te ein­ge­räumt ha­ben soll. Alle Er­mitt­lun­gen ge­gen ihn wur­den al­ler­dings ein­ge­stellt. Die Er­in­ne­run­gen der Be­trof­fe­nen sei­en nicht kon­kret ge­nug und die Aus­sa­gen nicht kon­stant ge­we­sen. Mül­ler war ver­blüfft, dass die Be­trof­fe­nen den Abt im­mer noch ver­tei­di­gen: »Alle ha­ben erst mal be­tont, was für ein ta­len­tier­ter Mann er sei und wie er ih­nen ge­hol­fen habe; da­bei hat er sie trau­ma­ti­siert.« zum Ar­ti­kel

Höf­lin­ger, Hoch­be­gab­te

Jour­na­lis­ten sind es ge­wohnt, Fra­gen zu stel­len. Aber die Kin­der, mit de­nen In­di­en-Kor­re­spon­den­tin Lau­ra Höf­lin­ger im Schul­bus mit­fuhr, dreh­ten den Spieß schnell um. Ist Deutsch­land eine par­la­men­ta­ri­sche De­mo­kra­tie? Müs­sen Ju­den dort noch im­mer Angst ha­ben? Und ist Jour­na­lis­mus ein red­li­cher Be­ruf? Höf­lin­ger traf die 11- bis 14-Jäh­ri­gen im in­di­schen Guru­gram. Dort sucht der Men­sa-Ver­ein, die Or­ga­ni­sa­ti­on für Hoch­be­gab­te, nach ver­steck­ten Ge­nies: sol­chen, die in bit­te­rer Ar­mut auf­wach­sen, aber ei­nen IQ von 130 und hö­her ha­ben. Men­sa schickt die Kin­der auf eine Pri­vat­schu­le, wo sie ge­för­dert wer­den. »Bil­dung ver­än­dert für die­se Kin­der al­les«, sagt Höf­lin­ger, »nicht nur die Aus­sich­ten für das wei­te­re Le­ben, son­dern auch ihre Träu­me.« zum Ar­ti­kel

Er brach­te es vom Hir­ten­jun­gen zum Frie­dens­no­bel­preis­trä­ger, war Frei­heits­kämp­fer, Kom­mu­nist, po­li­ti­scher Ge­fan­ge­ner, schließ­lich Prä­si­dent Süd­afri­kas: Vor 100 Jah­ren wur­de Nel­son Man­de­la ge­bo­ren. SPIEGEL BIO­GRA­FIE zeich­net aus­führ­lich die Le­bens­ge­schich­te Man­de­las nach, aber auch die Schre­cken des süd­afri­ka­ni­schen Apart­heid­re­gimes – und den Wi­der­stand ge­gen Un­ter­drü­ckung und Dis­kri­mi­nie­rung. His­to­ri­sche Do­ku­men­te ver­bin­den sich mit SPIEGEL-Ge­schich­ten aus fünf Jahr­zehn­ten so­wie ak­tu­el­len Por­träts und Re­por­ta­gen zu ei­nem um­fas­sen­den Kom­pen­di­um. Spiegel Bio­gra­fie »Nel­son Man­de­la« er­scheint am Mitt­woch.