ZEIT­REISE – DER SPIEGEL VOR 50 JAHREN

Du­bček und Ha­vel im No­vem­ber 1989
Tschechoslowakei

Der dritte Weg?

In Ost und West weckte der Liberalisierungskurs des Prager Frühlings Hoffnungen auf eine neue Gesellschaftsordnung zwischen autoritärem Kommunismus und Kapitalismus. Aber waren die Reformer wirklich an einer Erneuerung des Sozialismus interessiert?

Ei­nen hu­ma­nis­ti­schen So­zia­lis­mus wol­le man schaf­fen, be­ton­te die neue tsche­cho­slo­wa­ki­sche Re­gie­rung bei je­der Ge­le­gen­heit. Seit Alex­an­der Du­bček das alte sta­li­nis­ti­sche Re­gime bei­sei­te ge­fegt hat­te, war eine Re­vo­lu­ti­on im Gan­ge. Mei­nungs- und Ver­samm­lungs­frei­heit gab es be­reits, De­mo­kra­tie und eine hu­ma­ne Wirt­schafts­ord­nung soll­ten kom­men. Al­ler­dings – das hat­te Du­bček der miss­traui­schen So­wjet­füh­rung in Mos­kau ver­si­chert – wer­de die Kom­mu­nis­ti­sche Par­tei der ČSSR (KPČ) »die wei­te­re Ent­wick­lung des so­zia­lis­ti­schen Auf­baus im Lan­de si­chern«. Zwei wei­te­re Ta­bus setz­te die Par­tei­füh­rung: Die Tsche­cho­slo­wa­kei müs­se so­wohl im Mi­li­tär­bünd­nis War­schau­er Pakt und in der Wirt­schafts­ge­mein­schaft Co­me­con ver­blei­ben.

Sie lesen die Vorschau

Sie haben diese Ausgabe bereits gekauft oder ein digitales Abo? Dann melden Sie sich mit Ihrer SPIEGEL-ID an, um den vollständigen Artikel zu lesen.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 20/2018.