Per­so­na­lien

Gute Beziehungen

• Es ist eine Nach­richt, die in ei­ner ge­rech­ten Welt kei­ne Nach­richt wäre: Für das Be­zie­hungs­dra­ma »Ever­y­bo­dy Knows« hat die Haupt­dar­stel­le­rin Pené­lo­pe Cruz, 44, eine Gage in der­sel­ben Höhe be­kom­men wie der Haupt­dar­stel­ler Ja­vier Bar­dem, 49. Das be­rich­te­te Cruz bei den Film­fest­spie­len von Can­nes, die mit »Ever­y­bo­dy Knows« er­öff­ne­ten. Ge­mes­sen an ih­rer Gage, spie­len Frau­en in Hol­ly­wood bis­lang oft nur eine Ne­ben­rol­le. Weib­li­che Stars wie Pa­tri­cia Ar­quet­te, Me­ryl Streep, Jen­ni­fer La­wrence, Na­ta­lie Port­man und Ro­bin Wright ha­ben die un­glei­che Be­zah­lung in den ver­gan­ge­nen Jah­ren im­mer wie­der an­ge­pran­gert. Gut mög­lich, dass die­se Kam­pa­gne in­zwi­schen wirkt. Gut mög­lich aber auch, dass Cruz bei den Ver­hand­lun­gen da­von pro­fi­tiert hat, dass das Geld oh­ne­hin aufs sel­be Kon­to ver­bucht wird: Cruz und Bar­dem sind seit 2010 ver­hei­ra­tet.

Bunte Show

• Wenn an die­sem Sams­tag wie­der Mil­lio­nen Men­schen das schö­ne, tra­shi­ge und im­mer spek­ta­ku­lär in­sze­nier­te Ri­tu­al des Eu­ro­vi­si­on Song Con­test ver­fol­gen, wird sie dank ih­res schrä­gen Auf­tritts be­son­ders vie­le Bli­cke auf sich zie­hen: Net­ta Bar­zi­lai, 25, ver­tritt Is­ra­el, das seit 1973 als nicht eu­ro­päi­sches Land an dem Wett­be­werb teil­nimmt. Net­ta gibt ih­ren Song »Toy« zum Bes­ten, der so knal­lig und über­bor­dend ist wie die Künst­le­rin selbst, die es ge­nau des­halb nicht im­mer leicht hat­te. Über ih­ren Kampf mit Schön­heits­idea­len in der Pop­welt er­zähl­te sie in ei­nem In­ter­view: »Mir wur­de ge­sagt: Klei­de dich so, als hät­test du nichts zu fei­ern. Klei­de dich schwarz, kur­ze Rö­cke und kur­ze Ärmel ste­hen dir nicht. Du bist we­der sexy noch schön.« Dass Net­ta sich da­von nicht hat ein­schüch­tern las­sen, sieht man an ih­rer Per­for­mance. In der he­bräi­schen Text­zei­le des über­wie­gend eng­li­schen Songs heißt es: »Ani Lo buba« – ich bin kein Püpp­chen.

Kriminelle Seele

• Es soll Pro­mi­nen­te ge­ben, die ih­ren Bar­bier als Beicht­va­ter nut­zen – und ihm nach dem Schnei­den ein Schwei­ge­ge­lüb­de auf­er­le­gen. Mar­got Käß­mann, 59, ist Pro­tes­tan­tin. Und so be­rich­tet der han­no­ver­sche Fri­seur Pe­ter Gront­z­ki ganz frei über sei­ne Be­geg­nun­gen mit ihr: »Ich habe Mar­got Käß­mann so ken­nen­ge­lernt, wie sie sich ih­ren Haar­schnitt wünsch­te. Un­kom­pli­ziert und ohne gro­ßen Auf­wand«, schreibt er in ei­ner Fest­schrift zu Eh­ren der frü­he­ren Rats­vor­sit­zen­den der Evan­ge­li­schen Kir­che in Deutsch­land (»Eine Frau mit Zi­vil­cou­ra­ge und Zu­ver­sicht«). Die Theo­lo­gin Käß­mann, die am 3. Juni 60 Jah­re alt wird und in den Ru­he­stand geht, habe sel­ten ei­nen Ter­min ver­scho­ben, be­rich­tet Gront­z­ki, sie sei im­mer pünkt­lich ge­we­sen und habe dann un­ge­zwun­gen über Bü­cher ge­plau­dert, die sich mit dem Über­gang vom Dies­seits ins Jen­seits be­schäf­ti­gen – Kri­mi­nal­ro­ma­ne.

Hinter der Fassade

• Der Spa­gat zwi­schen dem ei­ge­nen in­ne­ren See­len­le­ben und dem nach au­ßen trans­por­tier­ten Image ist dem Pro­mi­nent­sein ein­ge­schrie­ben, ist ge­wis­ser­ma­ßen die DNA ei­ner je­den öf­fent­li­chen Fi­gur. Wie ex­trem und schmerz­voll die­ser Spa­gat sein kann, hat der ka­na­di­sche Schau­spie­ler Ryan Reynolds, 41, in ei­nem In­ter­view of­fen­bart. Reynolds ist ei­gent­lich das, was man ge­mein­hin ei­nen Son­ny­boy nennt, im­mer grin­send, 2010 of­fi­zi­ell zum »Se­xiest Man Ali­ve« ge­kürt, Schwarm der Töch­ter von Ba­rack Oba­ma. Kom­men­de Wo­che star­tet der Film »Dead­pool 2«, in dem Reynolds ei­nen zy­nisch-bos­haf­ten Su­per­hel­den spielt. Die mit dem Start ei­nes sol­chen Block­bus­ters ver­bun­de­ne Pro­mo­ti­on­tour mit vie­len Talk­show-Auf­trit­ten, in de­nen die Pro­mis selbst­be­wusst und läs­sig An­ek­do­ten er­zäh­len sol­len, wird für Reynolds al­ler­dings zur Tor­tur wer­den. Vor öf­fent­li­chen Auf­trit­ten wer­de er von Übel­keit be­fal­len und kämp­fe mit Brech­reiz, ver­riet Reynolds der »New York Times«. »Ich hat­te im­mer schon Angst­zu­stän­de«, sag­te der Film­star, der mit Dead­pool ei­nen Cha­rak­ter ge­fun­den hat, bei dem er die in­ne­ren Ab­grün­de nicht zwang­haft über­de­cken muss.

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