Haus­mit­tei­lung

Hu­jer, Boateng

Kaum ein Fuß­bal­ler hat ei­nen so um­strit­te­nen Ruf wie Ke­vin-Prin­ce Boateng, der Star von Ein­tracht Frank­furt: hoch­be­gabt am Ball, aber cha­rak­ter­lich schwie­rig – vie­len gilt er als An­ge­ber, Get­to­jun­ge, Hitz­kopf. Als Marc Hu­jer Boateng nun zum Ge­spräch traf, er­leb­te er je­doch ei­nen schlag­fer­ti­gen, selbst­re­flek­tier­ten Mann, der of­fen über sich, sei­ne Fa­mi­li­en­pro­ble­me und sei­nen Le­bens­wan­del sprach. Ke­vin-Prin­ce ist der Halb­bru­der von Jérô­me Boateng, dem Mus­ter­pro­fi des FC Bay­ern, den Hu­jer von frü­he­ren Re­cher­chen kennt. »Wo sich Jérô­me hin­ter Höf­lich­keits­flos­keln ver­bar­ri­ka­diert, ist Ke­vin-Prin­ce ge­ra­de­her­aus. Bei ihm weiß man im­mer, wor­an man ist«, sagt Hu­jer. »Ke­vin-Prin­ce hat ein gro­ßes Mund­werk, ja. Aber er geht auch hart mit sich ins Ge­richt.« le­sen Sie hier

Diez, Elin in Stock­holm

Die Schwe­di­sche Aka­de­mie wird den No­bel­preis für Li­te­ra­tur in die­sem Jahr nicht ver­ge­ben, auch weil der Ehe­mann ei­nes Aka­de­mie­mit­glieds 18 Frau­en se­xu­ell be­läs­tigt oder ge­nö­tigt ha­ben soll. Ge­org Diez ist nach Stock­holm ge­reist, wo er un­ter an­de­rem mit drei mut­maß­li­chen Op­fern sprach. Eine Frau heißt Elin, und sie be­schrieb Diez, wie sie im Herbst 1992 ver­ge­wal­tigt wor­den war. Elin ging da­mals nicht zur Po­li­zei – es war die #Me­Too-Be­we­gung, die ihr jetzt den Mut gab zu spre­chen. In die­sem Heft be­schäf­ti­gen sich zwei wei­te­re Tex­te mit #Me­Too: Jan Fleisch­hau­er be­schreibt in ei­nem Es­say, was ei­nem Mann wi­der­fah­ren kann, der eine An­schul­di­gung hin­ter­fragt. Mar­tin Knob­be und Jan-Phil­ipp Möl­ler be­rich­ten über zwei Pro­fes­so­ren der Münch­ner Hoch­schu­le für Mu­sik und Thea­ter, de­nen vor­ge­wor­fen wird, Frau­en ver­ge­wal­tigt oder se­xu­ell ge­nö­tigt zu ha­ben. zum Ar­ti­kel

In Ve­ne­zue­la hun­gert das Volk, wäh­rend sich Mi­nis­ter, Rich­ter und Ge­ne­rä­le be­rei­chern. Mo­na­te­lang re­cher­chier­ten Ma­ri­an Blas­berg und Jens Glü­sing, wie Prä­si­dent Ni­colás Ma­du­ro sei­ne Re­gie­rung und das Mi­li­tär in ein Dro­gen­kar­tell um­ge­baut hat. »Aus der so­zia­lis­ti­schen Vor­zei­ge­re­pu­blik ist ein Gangs­ter­staat ge­wor­den«, sagt Glü­sing. Er sah, wie Zig­tau­sen­de Ve­ne­zo­la­ner täg­lich über die Gren­ze nach Ko­lum­bi­en ström­ten, um sich dort mit dem Nö­tigs­ten zu ver­sor­gen – oder um zu blei­ben. Dro­gen­po­li­zis­ten zeig­ten ihm Me­tall­pres­sen, mit de­ren Hil­fe die Schmugg­ler ihre Ko­kain­pa­ke­te mar­kie­ren – ein be­lieb­tes Mo­tiv ist der Mer­ce­des-Stern. Blas­berg sprach in Flo­ri­da und Wa­shing­ton mit Exil­ve­ne­zo­la­nern, dar­un­ter ein Mann, der ehe­ma­li­gen Funk­tio­nä­ren der Re­gie­rung zur Flucht ver­hol­fen hat. zum Ar­ti­kel

Für die Schu­le pau­ken, das funk­tio­niert auch mit YouTube. Auf der Vi­deo­platt­form wer­den für alle mög­li­chen Fä­cher Lern­fil­me an­ge­bo­ten. Aber wel­che tau­gen et­was? Und wor­auf muss man ach­ten? »Dein Spiegel«, das Nach­rich­ten-Ma­ga­zin für Kin­der, hat sich durch das An­ge­bot ge­klickt und stellt in sei­ner Ti­tel­ge­schich­te die bes­ten Ka­nä­le vor. Au­ßer­dem im Heft: Der deut­sche As­tro­naut Alex­an­der Gerst fliegt bald ins Welt­all. Und zur Fuß­ball-WM gibt es ein Quiz über die deut­sche Mann­schaft. Die neue Aus­ga­be von »Dein Spiegel« er­scheint am Diens­tag.