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SPIEGEL-Ge­spräch

„Wir sind Feuilleton-Juden“

Sie sind das erfolgreichste Geschwisterpaar der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur: Eva und Robert Menasse sprechen in ihrem ersten gemeinsamen Interview über Familienmythen, politisches Schreiben und erfundene Wahrheiten.

Eine Alt­bau­woh­nung in Ber­lin-Wil­mers­dorf. Der Schrift­stel­ler Ro­bert Me­n­as­se, 63, ist für die­ses In­ter­view aus Wien zu sei­ner Schwes­ter, der Schrift­stel­le­rin Eva Me­n­as­se, 47, ge­reist. Er kom­me gern nach Ber­lin, hat­te er ge­sagt. Ein­zi­ge Be­din­gung: ein Ort, an dem er rau­chen kann. Me­n­as­se ist ein lei­den­schaft­li­cher Rau­cher. Sei­ne Schwes­ter mein­te, gut, ein­mal im Jahr kön­ne ihre Woh­nung gern mal or­dent­lich ein­ge­dampft wer­den. Au­ßer­dem habe sie ir­gend­ein Ge­rät zur Luft­rei­ni­gung. Die bei­den Ge­schwis­ter ha­ben noch nie ein In­ter­view zu­sam­men ge­ge­ben. Jetzt aber hat der gro­ße Bru­der im Herbst 2017 den Deut­schen Buch­preis für sei­nen Ro­man „Die Haupt­stadt“ ge­won­nen und Eva Me­n­as­se kurz da­nach den Öster­rei­chi­schen Buch­preis für ih­ren Er­zäh­lungs­band „Tie­re für Fort­ge­schrit­te­ne“. Die­ser dop­pel­te Fa­mi­li­en­preis ist An­lass für un­ser Ge­spräch. Sie mach­ten das „für un­se­ren Va­ter“, sa­gen bei­de. Ihr ge­mein­sa­mer Va­ter, der Jude Hans Me­n­as­se, 87, wur­de im Al­ter von 8 Jah­ren mit ei­nem Kin­der­trans­port von Wien nach Eng­land ver­schickt. Nach dem Krieg war er ös­ter­rei­chi­scher Fuß­ball­na­tio­nal­spie­ler. Eva Me­n­as­se hat ihn in ih­rem Ro­man „Vi­en­na“, der in wei­ten Tei­len auf Er­leb­nis­sen ih­rer Fa­mi­lie be­ruht, por­trä­tiert.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 2/2018.