Yassers Tod

Propaganda  Der palästinensische Kameramann Yasser Murtaja wollte mit seinen Bildern von den Demonstrationen am Gazastreifen die Geschichte mitschreiben. Die Bilder des toten Yasser Murtaja sind jedoch die stärkste Geschichte.
Von Alexander Osang

Trau­er­zug mit dem ge­tö­te­ten Jour­na­lis­ten Mur­ta­ja: Die ei­nen brau­chen ei­nen Hei­li­gen, die an­de­ren ei­nen Ter­ro­ris­ten

Andert­halb Tage be­vor Yas­ser Mur­ta­ja, ein­ge­hüllt in eine pa­läs­ti­nen­si­sche Flag­ge, als Mär­ty­rer vom Kran­ken­haus­hof ge­tra­gen wird, ver­sucht Dr. Al­sah­ba­ni, sei­ne In­ten­siv­sta­ti­on zu räu­men. Es ist der Vor­abend des zwei­ten Pro­test­mar­sches, und er hat es fast ge­schafft. Die Bet­ten sind frei, die Sta­ti­on ist be­reit für neue Ver­letz­te. Nur ganz hin­ten in der Ecke liegt noch je­mand. Ay­man Al­sah­ba­ni ist ein klei­ner Mann mit trau­ri­gen Au­gen und ei­nem dün­nen Ober­lip­pen­bärt­chen, das man in ei­nem an­de­ren Ge­sicht ver­we­gen nen­nen wür­de. Er ist der Chef der Not­auf­nah­me des Shi­fa-Hos­pi­tals, des größ­ten Kran­ken­hau­ses von Gaza. Sein Kit­tel ist blü­ten­weiß.

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