Und es hat Boom ge­macht. Die un­ver­schämt sim­ple Kur­ve oben, be­kannt ge­wor­den un­ter dem Na­men „GDP sin­ce Je­sus“, zeigt das Brut­to­so­zi­al­pro­dukt ("GDP") der Welt seit dem Jahr null, also den Wert al­ler auf Er­den pro­du­zier­ten Gü­ter durch die Jahr­hun­der­te. Wirt­schaft­lich be­trach­tet lief es in den ver­gan­ge­nen 2000 Jah­ren ziem­lich lang ziem­lich mau. Die Da­ten der His­to­ri­ker zei­gen bei­spiels­wei­se, dass wir, die heu­ti­ge Welt­be­völ­ke­rung, al­lein in den ers­ten zehn Jah­ren des 21. Jahr­hun­derts eine hö­he­re Ge­samt­wirt­schafts­leis­tung zu­stan­de ge­bracht ha­ben als un­se­re Vor­fah­ren in den ers­ten 19 Jahr­hun­der­ten zu­sam­men­ge­nom­men. Auch pro Kopf ge­rech­net hat der Welt­durch­schnitts­be­woh­ner heu­te 10- bis 20-mal mehr Kauf­kraft als vor 200 Jah­ren, als es los­ging mit dem Wachs­tum. „The gre­at en­rich­ment“, das gro­ße Rei­cher­wer­den, so hat die Öko­no­min De­ird­re Mc­Clos­key das ge­nannt, und sie sieht dar­in schlicht „die Haupter­kennt­nis der Wirt­schafts­ge­schich­te“. Die­ser ein­zig­ar­ti­ge Fort­schritts­schub hat so an­ge­neh­me Din­ge mit sich ge­bracht wie ver­dop­pel­te Le­bens­er­war­tung, Fuß­bo­den­hei­zung, ge­rin­ge Kin­der­sterb­lich­keit, Es­pres­so­ma­schi­ne, So­zi­al­staat, Fünf­fach­imp­fung und De­mo­kra­tie. Nicht zu­fäl­lig er­in­nert die Kur­ve aber an das Ho­ckey­schlä­ger-Dia­gramm, das den An­stieg der glo­ba­len Tem­pe­ra­tu­ren ab­bil­det und wie­der­um die Haupter­kennt­nis der Kli­ma­for­schung sym­bo­li­siert. Ob die zwei Kur­ven wei­ter so ver­lau­fen wer­den und ob sie eher zum Wohl­stand für alle oder zur öko­lo­gi­schen Ka­ta­stro­phe füh­ren, das sind die wich­tigs­ten Fra­gen un­se­rer Zeit.

Sie lesen die Vorschau

Sie haben diese Ausgabe bereits gekauft oder ein digitales Abo? Dann melden Sie sich mit Ihrer SPIEGEL-ID an, um den vollständigen Artikel zu lesen.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 16/2018.