Po­li­ti­ker Adams: »Die bri­ti­sche Re­gie­rung weiß nicht, wel­chen Scha­den sie in Ir­land an­rich­tet«

»Ich bin nach wie vor überzeugt, dass der bewaffnete Kampf legitim war«

SPIEGEL-Gespräch  Gerry Adams, Co-Architekt des Friedensabkommens von 1998, über den anhaltenden Konflikt in Nordirland und die Frage, ob der Brexit für die Insel ein Fluch ist – oder womöglich ein Segen

Mehr als 3600 Tote, rund 50 000 Ver­letz­te: Der Nord­ir­land­kon­flikt, be­schö­ni­gend »Trou­bles« ge­nannt, war ei­ner der blu­tigs­ten Bür­ger­krie­ge in der jün­ge­ren Ge­schich­te Eu­ro­pas. Vor 20 Jah­ren, am 10. April 1998, wur­de er mit dem Kar­frei­tags­ab­kom­men von Bel­fast of­fi­zi­ell be­en­det. Über­wie­gend ka­tho­li­sche Re­pu­bli­ka­ner, die eine Wie­der­ver­ei­ni­gung mit Ir­land an­stre­ben, und über­wie­gend pro­tes­tan­ti­sche Unio­nis­ten, die Nord­ir­land als le­gi­ti­men Teil des bri­ti­schen Kö­nig­reichs be­trach­ten, reich­ten sich erst­mals die Hand zum Frie­den. Die IRA (Irish Re­pu­bli­can Army) – je nach Sicht­wei­se Ter­ror­grup­pe oder Frei­heits­kämp­fer – stimm­te ih­rer Ent­waff­nung zu. Re­pu­bli­ka­ner und Unio­nis­ten bil­de­ten eine ge­mein­sa­me Re­gio­nal­re­gie­rung, die mehr­fach zer­brach, zu­letzt An­fang 2017. Auf bei­den Sei­ten gibt es bis heu­te be­waff­ne­te Grup­pen, die den Frie­dens­pro­zess tor­pe­die­ren. Ger­ry Adams, 69, war ei­ner der Ar­chi­tek­ten des Kar­frei­tags­ab­kom­mens. Er war 34 Jah­re lang Chef der re­pu­bli­ka­ni­schen Par­tei Sinn Féin, die als po­li­ti­scher Arm der IRA galt. Adams sitzt für sie im Dub­li­ner Par­la­ment. Bri­ti­sche Be­hör­den be­haup­ten bis heu­te, er sei auch Kom­man­dant der IRA ge­we­sen. Adams be­strei­tet das.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 15/2018.