Die Leiden des jungen Nigel

Eine Meldung und ihre Geschichte Wie ein Tölpel sich in eine Betonfigur verliebte und jahrelang um ihre Gunst warb

Die klei­ne In­sel Mana vor der Küs­te Neu­see­lands hat nicht viel mehr im Re­per­toire als ein paar sehr ge­wöhn­li­cher Fels­klip­pen. Frü­her gab es mal Scha­fe, aber de­nen scheint es ir­gend­wann zu ein­sam ge­wor­den zu sein. Es wäre doch schön, dach­ten sich vor 20 Jah­ren ei­ni­ge Or­ni­tho­lo­gen, wenn zu den Fels­klip­pen we­nigs­tens ein paar Vö­gel kä­men, schließ­lich pas­se das gut zu­sam­men. Mit viel Lie­be bau­ten sie 80 Vo­ge­latt­rap­pen aus Be­ton, sta­bil ge­nug, um den Wind und die Gischt der stür­mi­schen Tas­man­see aus­zu­hal­ten. Sie mal­ten sie an – den Hals blas­sor­an­ge, die Flü­gel­spit­zen schwarz, das Ge­fie­der weiß – und plat­zier­ten sie auf ei­ner be­son­ders ein­la­den­den Klip­pe auf der Ost­sei­te der In­sel. Sie stell­ten Laut­spre­cher auf und lie­ßen Vo­gel­ge­sang über das Meer schal­len. Dann war­te­ten sie. 15 Jah­re lang. Schließ­lich kam ein Vo­gel, es war ein Töl­pel, er kam al­lein. Sie nann­ten ihn Nigel.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 13/2018.