Der Riss

Meinungskampf Die Debatte um Durs Grünbein und Uwe Tellkamp überschattet die Leipziger Buchmesse. Es geht um Flüchtlingspolitik, Redefreiheit – und die erstarkende intellektuelle Rechte.

Mes­se­be­su­cher in Leip­zig: Auf­ge­la­de­ne At­mo­sphä­re

Zweitau­send­sechs­hun­dert Ver­la­ge stel­len auf der Leip­zi­ger Buch­mes­se aus, rund 20 000 Bü­cher er­schei­nen in die­sem Früh­jahr, man­che be­ju­belt, man­che ver­ris­sen – und sehr vie­le gänz­lich über­se­hen. Und dann gibt es noch jene Bü­cher, de­ren Ti­tel die Stim­mung nicht nur der Mes­se, son­dern des gan­zen Lan­des schon auf dem Buch­um­schlag ein­fan­gen: Mo­ni­ka Ma­rons »Mu­nin oder Cha­os im Kopf«, Bern­hard Pörk­sens »Die gro­ße Ge­reizt­heit – Wege aus der kol­lek­ti­ven Er­re­gung« oder Ya­scha Mounks »Der Zer­fall der De­mo­kra­tie – Wie der Po­pu­lis­mus den Rechts­staat be­droht«. Denn die At­mo­sphä­re ist auf­ge­la­den, seit kurz vor der Mes­se bei ei­ner Dis­kus­si­on auf der Büh­ne des Dresd­ner Kul­tur­pa­lasts zwei Schrift­stel­ler an­ein­an­der­ge­ra­ten sind, als gin­ge es um ei­nen Fa­mi­li­en­kon­flikt im deut­schen Bil­dungs­bür­ger­tum: Durs Grün­bein und Uwe Tell­kamp. Bei­de in den Sech­zi­gern ge­bo­ren, bei­de aus Dres­den, bei­de preis­ge­krön­te Au­to­ren, ihre Wer­ke er­schei­nen beim sel­ben Ver­lag, bei Suhr­kamp. Doch wie das manch­mal so ist bei Fa­mi­li­en­kon­flik­ten, bei­de kön­nen sich kaum mehr ver­stän­di­gen – und das in Fra­gen, die, je nach Stand­punkt, zu den ent­schei­den­den des Lan­des ge­hö­ren: Wie hältst du es mit der Flücht­lings­po­li­tik? Wie mit Mer­kel? Wie mit der Rech­ten? Ist die Mei­nungs­frei­heit be­droht? Was darf man heut­zu­ta­ge noch sa­gen?

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