Die Farben von Berlin

Ka­tha­ri­na, 38, Schau­spie­le­rin Roll­kra­gen­pull­over und Man­tel: Hugo Boss,  
Stel­la, 26, Make-up-Ar­tist Man­tel, Pull­over und Rock: Hugo Boss 

Die Be­haup­tung, in der Haupt­stadt gehe man in Jeans ins Thea­ter und ze­le­brie­re ge­ne­rell ei­nen An­ti­chic, hält sich hart­nä­ckig. Doch Stich­pro­ben be­le­gen eher, dass das Ge­gen­teil zu­trifft: Bei Aus­stel­lungs­er­öff­nun­gen oder auf Pre­mie­ren­par­tys wer­fen sich die Gäs­te durch­aus ge­konnt in Scha­le. Al­ler­dings wird da­bei auf ei­nen klei­nen Bruch Wert ge­legt. When too per­fect (man spricht mitt­ler­wei­le gern Eng­lisch in der Haupt­stadt), dann ist es dem Ber­li­ner zu lang­wei­lig. »Was in an­de­ren deut­schen Städ­ten als ,zu art­sy' be­zeich­net wird, ver­kauft sich bei uns pri­ma«, sagt Her­bert Hof­mann, Ver­kaufs­lei­ter im Kreuz­ber­ger Sze­n­ela­den »VooS­to­re«. Ge­meint sind: über­gro­ße Blu­sen von Jil San­der, Pu­ris­ti­sches von Acne Stu­di­os oder MM6 by Mai­son Mar­gie­la. De­si­gner­mo­de soll in Ber­lin nicht zei­gen, dass man Geld hat, son­dern dass man weiß, was an­ge­sagt ist. Der schein­bar nach­läs­si­ge Street­style wird in die­ser Stadt mit ei­ner ge­wis­sen Ken­ner­schaft prä­sen­tiert, Mar­ken wie Adi­das by Raf Si­mons, Ni­keL­ab oder Y-3 be­geg­nen ei­nem an vie­len Ecken. Man un­ter­wirft sich kei­nen Trends wie die Pa­ri­ser oder New Yor­ker, die beim Stich­wort Sub­kul­tur re­flex­ar­tig zur Anti-Mode von La­bels wie Ve­te­ment grei­fen. In Ber­lin ist die Sub­kul­tur auf der Stra­ße zu ent­de­cken, und nie­mand muss 1000 Euro für ein Paar Jeans aus­ge­ben.

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