Briefe

Keiner hat gewarnt

Nr. 10/2018 Der Diebstahl – Die Wut der Autofahrer und wie der Verkehr der Zukunft aussehen könnte

»Ein Lob­by­is­mus-Fil­ter wäre schon auf mitt­le­re Sicht mit Si­cher­heit der wirk­sams­te al­ler Fil­ter.«

Sozusagen ein Schnäppchen

Nr. 10/2018 Junckers teurer Coup

Zu Ih­rer Mel­dung über die Er­nen­nung Mar­tin Sel­mayrs zum neu­en Ge­ne­ral­se­kre­tär – mit dem ir­re­füh­ren­den Ti­tel »Junckers teu­rer Coup« – möch­ten wir fest­stel­len, dass Mar­tin Sel­mayr nicht »be­för­dert« wur­de; so­wohl sein Dienst­grad als auch sein Ge­halt blei­ben un­ver­än­dert. Herr Ita­lia­ner hat auch kei­ner­lei fi­nan­zi­el­len Vor­teil von sei­ner Pen­sio­nie­rung zum jet­zi­gen – ver­gli­chen mit ei­nem spä­te­ren – Zeit­punkt. Und da Sel­mayr zur neu­en Ge­ne­ra­ti­on der Kom­mis­si­ons­be­am­ten ge­hört, die nach der EU-Ost­erwei­te­rung und den da­mals be­schlos­se­nen Ge­halts­kür­zun­gen ein­ge­stellt wor­den ist, kos­tet er als Ge­ne­ral­se­kre­tär den EU-Steu­er­zah­ler deut­lich – etwa 15 Pro­zent – we­ni­ger als sein Vor­gän­ger. Wenn man zu­dem be­rück­sich­tigt, dass Sel­mayr als ex­trem ef­fi­zi­ent und hart ar­bei­tend gilt, dann hat Juncker mit des­sen Er­nen­nung so­zu­sa­gen ein Schnäpp­chen ge­macht.

Vieles liegen gelassen

Nr. 9/2018 Ursula von der Leyen im Krisenmodus

Es ist un­ge­recht, der Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin den de­so­la­ten Zu­stand der Bun­des­wehr vor­zu­wer­fen! Be­reits vor Ge­ne­ra­tio­nen wur­de die­ser Zu­stand leicht­fer­tig von der ver­ant­wort­li­chen Män­ner­welt her­bei­ge­führt: Ver­tei­di­gungs­mi­nis­tern al­ler Cou­leur, Ge­ne­ra­len der drei Teil­streit­kräf­te und den Be­am­ten des ehe­ma­li­gen Bun­des­amts für Wehr­tech­nik und Be­schaf­fung, die vie­les lie­gen ge­las­sen ha­ben, weil es ja 17 Uhr war. Von der ge­nann­ten Män­ner­welt wur­de kein Druck auf die Groß­be­hör­de aus­ge­übt. Es ist noch hin­zu­zu­fü­gen, dass die Mi­li­tärs und Po­li­ti­ker in ih­rer Ka­me­ra­de­rie im­mer ein ein­träg­li­ches Bild ab­ge­ge­ben ha­ben. Die Schuld liegt in der Ver­gan­gen­heit. Von den Mi­li­tärs kann die Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin kei­ne Hil­fe er­war­ten, sie wer­fen ihr doch nur Knüp­pel zwi­schen die Bei­ne. We­nigs­tens die Me­di­en soll­ten sich nicht von den Per­so­nen be­ein­flus­sen las­sen, die nur Kri­tik an von der Ley­en üben. Ihre Ar­beit muss Lob er­hal­ten! Viel­leicht hat das auch die Bun­des­kanz­le­rin ge­spürt und so ge­se­hen.

Verzicht auf Belehrung

Nr. 9/2018 Wolfgang Nowak, einst Planungschef im Kanzleramt, gibt im SPIEGEL-Gespräch Einblicke in geheime Gespräche mit der Führung Nordkoreas

Glück­wunsch zu dem In­ter­view. Ich war zwi­schen 2002 und 2007 mehr­mals in Nord- und Süd­ko­rea, manch­mal in bei­den Tei­len, mit Um­weg über Pe­king. In Ge­sprä­chen mit Ver­tre­tern der Jour­na­lis­ten­ver­bän­de bei­der Län­der und bei vie­len pri­va­ten Be­geg­nun­gen habe ich ähn­li­che Er­fah­run­gen ge­macht wie Herr No­wak. Al­ler­dings war das zu Zei­ten von Kim Dae Jungs »Son­nen­schein­po­li­tik«. Seit 2008 war vie­les an­ders, nicht aber die Be­deu­tung der Ver­trau­ens­bil­dung. Die bei­den ers­ten deut­schen Bot­schaf­ter, Frau Her­trampf und Herr Löhr, hat­ten auf die­sem Ge­biet ei­ni­ges er­reicht. Durch Ver­zicht auf Recht­ha­be­rei und Be­leh­rung. Durch den Um­gang auf Au­gen­hö­he so­wie mit Un­ter­stüt­zung von deut­schen Po­li­ti­kern und ei­ner po­li­ti­schen Stif­tung ist es mir ge­lun­gen, Pro­jek­te selbst in dem schwie­ri­gen Um­feld der Me­di­en auf den Weg zu brin­gen. Ich habe kurz an­ge­bun­de­ne Funk­tio­nä­re ge­trof­fen, aber auch Men­schen, so­gar Mi­li­tärs, die herz­lich la­chen konn­ten. Es wa­ren die­se Men­schen, die mich er­mu­tigt ha­ben, an eine An­nä­he­rung von Nord und Süd zu glau­ben.

Lange nicht mehr so gelacht

Nr. 9/2018 Das Satiremagazin »Titanic« führt die »Bild«-Zeitung vor / »Bild«-Chef Julian Reichelt über falsche Fakten und anonyme Quellen

Ich habe bei der SPIEGEL-Lek­tü­re schon lan­ge nicht mehr so ge­lacht wie bei die­sem In­ter­view. War Herr Rei­chelt frü­her selbst Re­dak­teur bei der »Ti­ta­nic«? Ernst ge­meint hat er sei­ne Ant­wor­ten ja si­cher­lich nicht. Das wäre sonst ja eher, tja, »Bild«-Ni­veau.

Vielschichtige Probleme

Nr. 9/2018 Wie acht Jungen aus Afghanistan in Düsseldorf ein neues Leben beginnen wollten

Vie­len Dank für die­sen in­ter­es­san­ten Text. Gern wür­de ich mehr Ar­ti­kel über das Le­ben und die Ein­glie­de­rung von Flücht­lin­gen le­sen. Über die schwie­ri­ge und auf­op­fe­rungs­vol­le Ar­beit der Be­treu­er, die nur we­nig ge­wür­digt wird. Ne­ga­tiv­nach­rich­ten ver­brei­ten sich sehr schnell, und eine Mei­nungs­bil­dung wird ein­sei­tig, wenn nicht auch von po­si­ti­ven und hoff­nungs­vol­len Ent­wick­lun­gen be­rich­tet wird. Die­ser Ar­ti­kel macht trotz der ge­schil­der­ten Pro­ble­me Hoff­nung. Auch deut­sche Ju­gend­li­che, die den Weg aus dem El­tern­haus neh­men, müs­sen ler­nen, dass Mie­te, Ab­fall­ge­büh­ren, Strom und Hei­zung er­ar­bei­tet wer­den müs­sen und nicht vom Him­mel fal­len. So­mit sehe ich da kei­nen Un­ter­schied. Ich kann nur hof­fen, dass so viel Mühe sei­tens der Be­treu­er und sei­tens der Ju­gend­li­chen mit dem Blei­be­recht be­lohnt wird.

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