Kultur

Yia­dom-Boakye-Ge­mäl­de »Cote­rie of Ques­ti­ons«, 2015
Ausstellungen

Mann der Gegenwart

Das »All­zu­mensch­li­che« ist das The­ma die­ser neu­en Schau im Lon­do­ner Mu­se­um Tate Bri­tain. Man sieht lau­ter Men­schen­bil­der, groß­ar­ti­ge Dar­stel­lun­gen des Kör­pers und im Grun­de eben­so der See­le. Zu ei­nem be­son­de­ren Er­leb­nis wird die Aus­stel­lung, weil ne­ben den Stars der bri­ti­schen Kunst­ge­schich­te auch Ma­ler und vor al­lem Ma­le­rin­nen vor­kom­men, die sonst im­mer noch zu we­nig be­ach­tet wer­den. Auch im Un­ter­ti­tel von All Too Hu­man wer­den wie­der nur die ob­li­ga­to­ri­schen Be­rühmt­hei­ten Lu­ci­an Freud und Fran­cis Ba­con ge­nannt – in der Aus­stel­lung selbst aber sind bis zum 27. Au­gust au­ßer­dem Wer­ke von Kol­le­gin­nen wie Pau­la Rego oder Ce­lia Paul zu se­hen. Und so ist die­se Schau auch Aus­druck ei­nes Kul­tur­wan­dels in den Mu­se­en, die lan­ge nur das männ­li­che Ge­nie gel­ten lie­ßen. Ei­nes der ein­drucks­volls­ten Bil­der stammt von Ly­net­te Yia­dom-Boakye. »Cote­rie of Ques­ti­ons« hat sie 2015 ge­malt, es zeigt ei­nen Mann, ei­nen Men­schen der Ge­gen­wart. Er sitzt ein­fach da, er hat die Au­gen ge­schlos­sen, ist in sich ge­kehrt. Es ist ein stil­les und doch un­ge­heu­er le­ben­di­ges Bild. Gro­ße Kunst braucht nicht un­be­dingt die gro­ße Ges­te.

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