Die Frau im Kopf des Mörders

Extremismus Die Norwegerin Åsne Seierstad führt das Genre des Sachbuchs in neue Dimensionen. Jetzt erhält sie dafür den Preis zur Europäischen Verständigung. Ein Besuch in Oslo.

Fernsehbilder vom Breivik-Prozess 2012: Schaut mich an DANIEL SANNUM LAUTEN / AFP

Åsne Sei­er­stad ist ge­ra­de um­ge­zo­gen. Zu­vor wohn­te sie in ei­ner Stra­ße, in der auch mal An­ders Brei­vik ge­wohnt hat, der rechts­ra­di­ka­le Mas­sen­mör­der, der der Prot­ago­nist ei­nes ih­rer Bü­cher ist. Nun wohnt sie an ei­ner an­de­ren Adres­se, die sie selbst noch gar nicht aus­wen­dig kennt. Sei­er­stad ist in Nor­we­gen so be­kannt, dass ihr Um­zug The­ma in den Bou­le­vard­me­di­en war, der Mann im Co­py­shop und die Frau an der Ho­tel­re­zep­ti­on wis­sen Be­scheid, man er­zählt sich, es sol­len mehr als vier Mil­lio­nen Euro ge­we­sen sein, für die sie die Vil­la ver­kauft hat. Ihr Um­zug hat­te aber nichts mit An­ders Brei­vik zu tun. »Oslo ist eben eine klei­ne Stadt«, sagt sie nüch­tern, es scheint ihr nicht sehr un­an­ge­nehm zu sein, in der Nach­bar­schaft des Men­schen ge­wohnt zu ha­ben, der das größ­te ter­ro­ris­ti­sche At­ten­tat in der Ge­schich­te Nor­we­gens be­gan­gen hat. Åsne Sei­er­stad ist prag­ma­tisch.

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