Marines Zauber wirkt nicht mehr

Analyse Der Front National versucht, aus der Krise zu kommen.

von Mathieu von Rohr

Die Frau, vor der einst alle zit­ter­ten, macht nie­man­dem mehr Angst. Ma­ri­ne Le Pen steckt mit ih­rer Par­tei, dem rechts­po­pu­lis­ti­schen Front Na­tio­nal (FN), seit Mo­na­ten in ei­ner tie­fen Kri­se. Beim Par­tei­tag an die­sem Wo­chen­en­de möch­te sie wie­der in die Of­fen­si­ve kom­men – un­ter an­de­rem soll der FN neue Sta­tu­ten und ei­nen neu­en Na­men er­hal­ten. Des­sen größ­tes Pro­blem ist im Mo­ment al­ler­dings Le Pen selbst. Sie hat sich nie mehr rich­tig er­holt von der größ­ten Nie­der­la­ge ih­rer Kar­rie­re: dem ver­hee­ren­den Auf­tritt bei der TV-De­bat­te mit Em­ma­nu­el Ma­cron am 3. Mai 2017. An je­nem Abend ver­lor sie nicht nur das Du­ell, sie büß­te auch den Nim­bus ih­res po­li­ti­schen Ta­lents und ih­rer Ge­fähr­lich­keit ein. Le Pen wirk­te un­vor­be­rei­tet, ag­gres­siv, sie stand ne­ben sich und scho­ckier­te auch ihre An­hän­ger. Seit­her sind ihre Be­liebt­heits­wer­te ein­ge­bro­chen. Ob­wohl die Po­li­tik von Em­ma­nu­el Ma­cron im Land um­strit­ten ist, ge­lingt es Le Pen nicht, sich mit dem FN als wich­tigs­te Op­po­si­ti­ons­kraft zu pro­fi­lie­ren. Statt­des­sen macht die Par­tei vor al­lem mit in­ter­nen Rich­tungs- und Macht­kämp­fen von sich re­den. Die Po­si­ti­on von Ma­ri­ne Le Pen ist an die­sem Wo­chen­en­de nicht in Ge­fahr, ihre Wie­der­wahl als Par­tei­che­fin gilt als ge­si­chert. Es wäre auch si­cher­lich zu früh, sie und den FN ab­zu­schrei­ben. Und doch er­wächst Ma­ri­ne Le Pen Kon­kur­renz aus der ei­ge­nen Fa­mi­lie: ihre 28-jäh­ri­ge Nich­te Ma­ri­on Maréchal-Le Pen, die als Hard­li­ne­rin gilt.

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