Min­der­heiten

Leitkultur Alexander Osang sucht den deutschen Sozialdemokraten in sich.

Am Wo­chen­en­de hat­te mein Va­ter Ge­burts­tag. Er ist im vo­ri­gen Jahr ge­stor­ben und liegt auf ei­nem Fried­hof in Ber­lin-Ste­glitz. Ich woh­ne in Ber­lin-Prenz­lau­er Berg. Ich fuhr mit mei­nen Kin­dern quer durch die Stadt, um das Grab zu be­su­chen. Wir ka­men di­rekt an der SPD-Zen­tra­le vor­bei, wo gleich dar­auf Stim­men aus­ge­zählt wur­den. Vor dem Haus hat­ten sich vie­le Ka­me­ra­leu­te ver­sam­melt, um ir­gend­et­was zu fil­men. Den ros­ti­gen Me­tall­wür­fel viel­leicht, der vor der Zen­tra­le steht, oder das Wil­ly-Brandt-Denk­mal oder die mit Sperr­holz ver­ram­mel­te Tür oder die Kam­mer, in der das Ge­rüm­pel vom letz­ten Wahl­kampf her­um­steht. Im Prin­zip passt ja je­des Mo­tiv als Schnitt­bild in ei­nen Fünf-Mi­nu­ten-Film über den Zu­stand der deut­schen So­zi­al­de­mo­kra­tie.

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