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To­des­stra­fe

Die letzte Zeugin

Gayle Gladdis reist durch die USA, um dabei zuzusehen, wie Menschen durch Giftspritzen getötet werden. Das Gesetz verlangt die Anwesenheit einfacher Bürger. Freiwillig sieht sie, was fast niemand mehr sehen will. Warum tut sie das?
Von Claas Relotius

Zeu­gin Gl­ad­dis im Ge­fäng­nis­war­te­zim­mer: Viel­leicht hilft Ra­che

An ei­nem spä­ten Ja­nu­a­rabend, der Him­mel über Jo­p­lin, Mis­sou­ri, ist ohne Mond, ver­lässt eine klei­ne zier­li­che Frau ihr Haus, um ei­nen Mann, den sie nicht kennt, ster­ben zu se­hen. Sie ver­rie­gelt die Tür, dreht den Schlüs­sel drei­mal um, dann geht sie eine men­schen­lee­re Stra­ße ent­lang, zum Bus­bahn­hof. Sie be­sorgt sich ein Grey­hound-Ti­cket für 141 Dol­lar nach Hunts­vil­le, Te­xas, und zu­rück. Sie hat nur eine Hand­ta­sche und ei­nen leich­ten Ruck­sack mit ei­ner Bi­bel, ei­ner Zahn­bürs­te und ein paar Kek­sen als Pro­vi­ant da­bei. Gayle Gl­ad­dis, 59, eine Frau mit schul­ter­lan­gem Haar und Per­len­ohr­rin­gen, plant, nicht län­ger als 48 Stun­den un­ter­wegs zu sein, um das Böse aus der Welt zu schaf­fen.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 10/2018.