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Die ab­so­lu­ten Zah­len täu­schen. „Dop­pelt so vie­le Men­schen er­kran­ken heu­te in Deutsch­land an Krebs wie 1980!“ – „Die Zahl der Krebs­to­ten steigt!“ Das sind so ty­pi­sche Krebs­schlag­zei­len. Wo ge­nau steckt da bit­te die gute Nach­richt? Es ist kom­pli­ziert. Denn tat­säch­lich ist es so, dass die Be­droh­lich­keit der Krank­heit seit ge­rau­mer Zeit sinkt, näm­lich etwa seit An­fang der Neun­zi­ger­jah­re, als sie in den rei­chen Län­dern ih­ren Hö­he­punkt er­reicht hat­te. Star­ben 1990 noch 260 von 100 000 Men­schen in Deutsch­land an Krebs ("al­ters­stan­dar­di­sier­te Mor­ta­li­tät"), so lag die­ser Wert 2014 noch bei rund 200, ein Rück­gang um mehr als 20 Pro­zent. Wie kann das sein? Es liegt vor al­lem dar­an, dass wir im­mer äl­ter wer­den. Man könn­te auch sa­gen: Es ster­ben heu­te zwar ab­so­lut ge­se­hen mehr Men­schen an Krebs als in frü­he­ren Zei­ten, aber sie ster­ben spä­ter im Le­ben dar­an und sind folg­lich auch län­ger ge­sund. In Deutsch­land hat sich das Durch­schnitts­al­ter, in dem Men­schen an ei­nem Tu­mor ster­ben, seit 1980 von 70 auf 74 Jah­re (2014) er­höht. Man könn­te auch sa­gen: Läge die Mor­ta­li­täts­ra­te in Deutsch­land heu­te noch im­mer auf dem Stand von 1990, dann wä­ren 2016 rund 50 000 Men­schen mehr an Krebs ver­stor­ben. Fünf­zig­tau­send! Das sind, jetzt nur mal so zum Ver­gleich, sämt­li­che Ein­woh­ner von Gum­mers­bach (Nord­rhein-West­fa­len). Man könn­te auch sa­gen: Noch 1990 wäre ganz Gum­mers­bach an Krebs ge­stor­ben! (Quatsch. Kann man nicht.) Also, es geht vor­an. Man könn­te auch sa­gen: Der Krebs ist im Krebs­gang.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 1/2018.