Vorhang, bitte!

Zeitgeschichte Am Schlusstag der Jugoslawienprozesse in Den Haag nahm sich ein Verurteilter im Gerichtssaal das Leben. Was ein Drama werden sollte, wurde zur tragischen Farce – das letzte Missverständnis in einer historischen Kette.
Von Alida Bremer

Be­su­che­rin des mo­bi­len Mahn­mals „Pri­je­dor 92“ in Den Haag im No­vem­ber: Ge­fähr­li­che Leer­räu­me

Okay, ehm, we sus­pend the ... We sus­pend, plea­se the cur­ta­ins“, hör­te man den mal­te­si­schen Rich­ter Car­mel Agius stam­meln. Der Prä­si­dent des ICTY, In­ter­na­tio­nal Cri­mi­nal Tri­bu­nal for the for­mer Yu­go­s­la­via, hat­te end­lich ver­stan­den, was das Han­tie­ren mit dem Fläsch­chen be­deu­te­te: Der An­ge­klag­te hat­te Gift ge­nom­men. Der Rich­ter hat­te die Sze­ne ge­se­hen, aber nicht wahr­ge­nom­men, viel­leicht un­be­wusst nicht se­hen wol­len. Jetzt ver­stand er. „Den Vor­hang, bit­te!“

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 50/2017.