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Per­so­na­lien

Im Kartenhaus

War­um ei­gent­lich nicht? Statt die Er­folgs­se­rie „Hou­se of Cards“ kom­plett ein­zu­stel­len, könn­te Ro­bin Wright, 51, mit ih­rer Fi­gur Clai­re Un­der­wood die Haupt­rol­le über­neh­men. Das schlug je­den­falls die Gol­den-Glo­be-Ge­win­ne­rin Jes­si­ca Chas­tain auf Twit­ter vor. Grund da­für: Ke­vin Spacey, der in der Net­flix-Se­rie die bis­he­ri­ge Haupt­rol­le des skru­pel­lo­sen ame­ri­ka­ni­schen Macht­po­li­ti­kers Frank Un­der­wood spielt, wur­de in der ver­gan­ge­nen Wo­che von meh­re­ren Män­nern der se­xu­el­len Be­läs­ti­gung be­zich­tigt. Dar­auf­hin stopp­te Net­flix vor­erst die lau­fen­den Dreh­ar­bei­ten zur sechs­ten Staf­fel und kün­dig­te an, sich kom­plett von Spacey zu tren­nen. In­halt­lich wäre es durch­aus vor­stell­bar, Clai­re Un­der­wood zur Haupt­fi­gur zu ma­chen – schließ­lich über­nahm sie Ende der ver­gan­ge­nen Staf­fel so­gar die Prä­si­dent­schaft von ih­rem Gat­ten Frank ali­as Ke­vin Spacey. Schon zu­vor ver­lang­te die Schau­spie­le­rin, die glei­che Gage wie Spacey zu er­hal­ten. 2014 ver­dien­te sie 420 000 Dol­lar pro Fol­ge, ihr männ­li­cher Kol­le­ge da­ge­gen eine hal­be Mil­li­on. In ei­nem In­ter­view im Juni sag­te Wright, dass sie noch im­mer nicht wis­se, ob sie jetzt ge­nau­so viel ver­die­ne. Als Haupt­dar­stel­le­rin dürf­te sich das än­dern.

Verausgabt

Es sei der Rolls-Roy­ce des Schau­spie­lens ge­we­sen, sagt Cla­es Bang, 50, über sei­ne Haupt­rol­le im Film „The Squa­re“. Als bla­sier­ter Mu­se­ums­ku­ra­tor hat der dä­ni­sche Schau­spie­ler es in ei­ner Sze­ne mit ei­nem Af­fen zu tun, in ei­ner an­de­ren mit ei­nem ver­zwei­fel­ten Zwölf­jäh­ri­gen, er ver­aus­gabt sich in ei­ner Tanz- so­wie in ei­ner Sex­sze­ne. Die­se Band­brei­te sei so au­ßer­ge­wöhn­lich, dass sich in dem Film für je­des Gen­re eine Ar­beits­pro­be fin­de, meint ei­ner von Bangs Agen­ten. Re­gis­seur Ru­ben Östlund be­stand auf höchs­ter Au­then­ti­zi­tät, und so wa­ren die Dreh­ar­bei­ten eine Feu­er­pro­be für den Dar­stel­ler. Sze­nen von meh­re­ren Mi­nu­ten Län­ge habe er 60- bis 70-mal wie­der­ho­len müs­sen, fast bis zur Be­sin­nungs­lo­sig­keit, so Bang; zwei Tage lang habe er sich im Re­gen durch ei­nen Müll­berg wüh­len müs­sen. Bang, der flie­ßend Deutsch spricht und sich für die deut­sche Ver­si­on selbst syn­chro­ni­sier­te, fühlt sich jetzt reif für die Zu­sam­men­ar­beit mit Re­gis­seu­ren wie Mi­cha­el Ha­n­eke ("Das wei­ße Band") oder Ma­ren Ade ("Toni Erd­mann") – bei­de sind be­kannt da­für, Sze­nen zig­mal wie­der­ho­len zu las­sen.

Überraschendes Lob

Der pol­ni­sche Au­ßen­mi­nis­ter Wi­told Wasz­c­zy­kow­ski, 60, hat sich in der EU den Ruf er­ar­bei­tet, mit sei­nen Ur­tei­len oft zu über­ra­schen. Ver­gan­ge­ne Wo­che riss er ein Zi­tat der deut­schen Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin Ur­su­la von der Ley­en aus dem Zu­sam­men­hang und warf ihr vor, sich in in­ner­pol­ni­sche An­ge­le­gen­hei­ten ein­zu­mi­schen so­wie zu re­gie­rungs­feind­li­chen Ak­tio­nen an­zu­stif­ten. Auch den am­tie­ren­den ame­ri­ka­ni­schen Prä­si­den­ten sieht er im Ge­gen­satz zu den meis­ten EU-Part­nern po­si­tiv. Neu­lich ou­te­te sich der Po­li­ti­ker der rechts­na­tio­na­len PiS-Par­tei als Trump-Fan. An­lass war ein Tref­fen der EU-Au­ßen­mi­nis­ter vor drei Wo­chen in Lu­xem­burg, bei dem vie­le Ver­tre­ter ihre Sor­ge über das Be­stre­ben Trumps zum Aus­druck brach­ten, den Atom­de­al mit Iran zu tor­pe­die­ren. „Ich weiß, dass vie­le hier in der Run­de in Herrn Trump ei­nen schlech­ten Prä­si­den­ten se­hen“, sag­te Wasz­c­zy­kow­ski. Er sehe das an­ders. „Trump wird ein gro­ßer Prä­si­dent wer­den.“

Klamottenma­rotte

Do­nald Trumps ehe­ma­li­ger Wahl­kampf­ma­na­ger Paul Ma­n­a­fort, 68, muss sich ernst­haft Sor­gen ma­chen. Nicht nur, weil er we­gen Geld­wä­sche und Steu­er­hin­ter­zie­hung an­ge­klagt ist. Son­dern auch, weil er sich der Öffent­lich­keit ge­gen­über jetzt we­gen schlech­ten Stils ver­ant­wor­ten muss. Aus der An­kla­ge­schrift geht her­vor, dass Ma­n­a­fort mehr als 1,3 Mil­lio­nen Dol­lar für Klei­dung aus­ge­ge­ben ha­ben soll. Ma­n­a­forts Shop­ping­tou­ren ver­teil­ten sich auf zwei Her­ren­aus­stat­ter, ei­ner in New York (849 215 Dol­lar) und ei­ner in Ka­li­for­ni­en (520 440 Dol­lar). Die Re­cher­chen der As­so­cia­ted Press er­ga­ben jetzt, dass in den be­sag­ten Lä­den eine Kra­wat­te 1000 Dol­lar, ein An­zug um die 7500 Dol­lar kos­tet. Es stellt sich je­doch nicht nur die Fra­ge, war­um je­mand so viel Geld für An­zü­ge aus­gibt, son­dern vor al­lem, wie er so viel Geld aus­ge­ben und gleich­zei­tig so schlecht da­bei aus­se­hen kann. Die An­zü­ge wür­den nicht rich­tig pas­sen, und die Kra­wat­ten sei­en häss­lich, so das all­ge­mei­ne Ur­teil der Me­di­en. Viel­leicht hat Ma­n­a­fort eine alte Re­gel für den Dress­code am Ar­beits­platz be­folgt: Klei­de dich nie bes­ser als dein Chef.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 46/2017.