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Frü­her war al­les schlech­ter

Gemüsekonsum

Wach­sen­der Ge­mü­se­hun­ger. Deut­sche gel­ten als Fleisch-Fe­ti­schis­ten, für ihre Brok­ko­li-Lie­be wa­ren sie bis­her kaum be­kannt. Was un­ge­recht ist, denn die Deut­schen wach­sen zu ei­ner Ge­mü­se­na­ti­on her­an: Seit 1960 hat sich der jähr­li­che Pro-Kopf-Kon­sum bei­na­he ver­dop­pelt, auf 93,8 Ki­lo­gramm. Die To­ma­te ist mit 26,2 Kilo pro Kopf das Kö­nigs­ge­mü­se, ge­folgt von Möh­ren und Zwie­beln. Ne­ben wach­sen­dem Ge­sund­heits­be­wusst­sein hat der neue Ge­mü­se­hun­ger vor al­lem tech­ni­sche Grün­de. Ge­mü­se ist ein hoch­ver­derb­li­ches Le­bens­mit­tel, und die Mög­lich­kei­ten der La­ge­rung ha­ben sich stark ver­bes­sert. Auch war der Kon­sum frü­her sai­so­na­len Schwan­kun­gen un­ter­le­gen und das An­ge­bot über­sicht­lich. Heu­te lie­gen dank Welt­han­del Zuc­chi­ni und Au­ber­gi­nen im Su­per­markt­re­gal, auch im De­zem­ber. Im glo­ba­len Ver­gleich aber zeigt sich, dass Rus­sen, Ma­rok­ka­ner, auch Chi­ne­sen ei­nen noch hö­he­ren Ge­mü­se­ver­brauch ha­ben. Im Tschad da­ge­gen, wo das Na­tio­nal­ge­richt aus ei­nem Hir­se­kloß mit Soße be­steht, gibt es am we­nigs­ten Grü­nes auf dem Spei­se­plan: Ge­mü­se ist in ei­ni­gen afri­ka­ni­schen Län­dern Man­gel­wa­re, schlecht an­zu­bau­en, nicht sel­ten im­por­tiert und teu­er. Da er­scheint die Emp­feh­lung der Deut­schen Ge­sell­schaft für Er­näh­rung bei­na­he lu­xu­ri­ös: 400 Gramm Ge­mü­se am Tag senk­ten das Ri­si­ko für Krebs und Herz-Kreis­lauf-Krank­hei­ten. Den Deut­schen feh­len dem­nach nur noch rund 140 Gramm zum Glück.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 46/2017.