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Haus­mit­tei­lung

Voigt, Kon­rad, Be­cker

Seit An­fang Ok­to­ber die Überg­rif­fe des US-Film­pro­du­zen­ten Har­vey Wein­stein be­kannt wur­den, ver­geht auch in der Spiegel-Kan­ti­ne kaum eine Mit­tags­pau­se, ohne dass Frau­en und Män­ner dis­ku­tie­ren, wer was wann darf – oder eben auch nicht. Aus der #Me­Too-De­bat­te über Se­xis­mus ist längst eine De­bat­te über Rol­len­bil­der und not­wen­di­ge Gren­zen ge­wor­den. Doch wo steht die Ge­sell­schaft wirk­lich in die­sen Fra­gen? Re­dak­teur Pe­ter Mül­ler be­schreibt aus Brüs­sel, wie die Eu­ro­pa­ab­ge­ord­ne­ten po­li­tisch um Frau­en­rech­te rin­gen, ei­ni­ge von ih­nen sich gleich­zei­tig aber selbst den Se­xis­mus­vor­wurf ge­fal­len las­sen müs­sen. Ge­org Diez er­zählt am Bei­spiel des Schau­spie­lers Ke­vin Spacey, wie das Hol­ly­wood­sys­tem aus Macht und Miss­brauch auch schwu­le Se­xua­li­tät be­trifft. Clau­dia Voigt und To­bi­as Be­cker be­such­ten in Ham­burg die Psy­cho­lo­gin San­dra Kon­rad, de­ren The­sen „ei­ni­gen Frau­en nicht ge­fal­len wer­den“, wie Voigt be­rich­tet. So be­haup­tet Kon­rad, dass vie­le Frau­en ihre Lust noch im­mer der Lust des Man­nes un­ter­ord­nen. Um Iden­ti­tät und Ab­gren­zung geht es auch bei der Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts, ein drit­tes Ge­schlecht ein­zu­füh­ren. In­ter­se­xu­el­le sol­len sich künf­tig ent­schei­den dür­fen: männ­lich, weib­lich – oder für ein „wei­te­res Ge­schlecht“. zum Ar­ti­kel

Sul­tan al-Ara­da, Reu­ter

Eigent­lich soll­te es streng ge­heim blei­ben, dass ein Dut­zend Re­por­ter, dar­un­ter auch Chris­toph Reu­ter vom SPIEGEL, in den Je­men kommt. Seit zwei Jah­ren hat es kaum ein aus­län­di­scher Jour­na­list in das vom Krieg zer­ris­se­ne Land ge­schafft. Dass es nun doch ge­lang, ist Sul­tan al-Ara­da, dem Gou­ver­neur von Ma­rib, zu ver­dan­ken. Er ließ die Jour­na­lis­ten mit ei­ner schwer be­waff­ne­ten Es­kor­te von ei­nem Flug­ha­fen in den Wüs­ten­ber­gen des Ha­dra­maut ab­ho­len. Die Ge­heim­hal­tung al­ler­dings schei­ter­te: Über Face­book, Fern­se­hen und Rund­funk wuss­te als­bald der gan­ze Je­men vom Me­di­en­be­such. Die Ab­rei­se wur­de für die Jour­na­lis­ten des­halb zur Odys­see: Sechs Stun­den wa­ren ein­ge­plant, um zu­rück zum Flug­ha­fen zu ge­lan­gen. Am Ende brauch­ten Reu­ter und sei­ne Kol­le­gen mehr als vier­mal so lan­ge, um wie­der aus dem Land zu kom­men. Nach dem Ra­ke­ten­an­griff der Hu­thi-Re­bel­len auf den Flug­ha­fen von Riad ließ Sau­di-Ara­bi­en den ge­sam­ten je­me­ni­ti­schen Luft­raum sper­ren. Den Jour­na­lis­ten blieb nur ein 900-Ki­lo­me­ter-Um­weg nach Oman. Im schau­keln­den Rei­se­bus durch­quer­ten sie da­bei auch eine Ge­gend, die laut Kar­ten noch von al-Qai­da be­herrscht wird. „Die­se In­for­ma­ti­on stell­te sich zum Glück als über­holt her­aus“, sagt Reu­ter. zum Ar­ti­kel

Kaum je­mand ist ei­nem Kind nä­her als der Bru­der oder die Schwes­ter. Ge­schwis­ter lie­ben und strei­ten sich. Sie zof­fen sich, wer zu­erst ins Bad darf, und sie hel­fen ein­an­der bei den Schul­auf­ga­ben. „dein sPIEGEL“, das Nach­rich­ten-Ma­ga­zin für Kin­der, er­zählt in der Ti­tel­ge­schich­te die­ses Mo­nats, war­um Ge­schwis­ter so ein be­son­de­res Ver­hält­nis zu­ein­an­der ha­ben – und rät, was sich tun lässt, um we­ni­ger zu strei­ten. Au­ßer­dem im Heft: So ar­bei­ten Kri­mi­nal­kom­mis­sa­re. Und: Wie lan­det mög­lichst we­nig Es­sen im Müll? Die neue Aus­ga­be er­scheint am Diens­tag.