Wohlstand in China

Kom­mu­nis­ti­sche Wohl­ta­ten. Das im Wes­ten ver­brei­te­te Man­tra, dass frü­her al­les bes­ser ge­we­sen sei, hört man in Chi­na so gut wie nie – oder nur von un­ver­bes­ser­li­chen Ma(s)o(ch)is­ten. Doch der Gro­ße Sprung nach vorn, den Mao ver­sprach, kam für Chi­na erst mit dem An­schluss an die Welt­wirt­schaft. Man darf die un­fass­ba­ren Zah­len, die seit­her in chi­ne­si­schen Sta­tis­ti­ken ste­hen, mit ei­nem Su­per­la­tiv zu­sam­men­fas­sen: Nie zu­vor in der Ge­schich­te der Mensch­heit ging es so vie­len Men­schen in so kur­zer Zeit so viel bes­ser. 1981 leb­ten mehr als 800 Mil­lio­nen oder fast 90 Pro­zent der Chi­ne­sen un­ter der ab­so­lu­ten Ar­muts­gren­ze (von 1,90 Dol­lar am Tag), heu­te sind es noch 43 Mil­lio­nen. In­zwi­schen hat die Kom­mu­nis­ti­sche Par­tei ein neu­es Ziel, sie nennt es eine „mo­derat wohl­ha­ben­de Ge­sell­schaft": Die Stun­den­löh­ne der Ar­bei­ter ha­ben sich seit 2006 von 1,20 auf 3,60 Dol­lar ver­drei­facht, lie­gen da­mit hö­her als in den meis­ten Schwel­len­län­dern und rei­chen bald an die in Por­tu­gal (4,50 Dol­lar) her­an. Wie ist den Chi­ne­sen das ge­lun­gen? Un­ter an­de­rem mit ra­di­ka­ler Ver­kehrs­po­li­tik: Seit 2006 bau­te Chi­na pro Jahr rund 94 000 Ki­lo­me­ter neue Stra­ßen, 260 Ki­lo­me­ter je­den Tag, und seit 2008 gut 22 000 Ki­lo­me­ter Hoch­ge­schwin­dig­keits­bahn­stre­cken. Auf die­sen Stra­ßen und Schie­nen rol­len ihre Gü­ter auf Chi­nas Hä­fen und ra­sen die Chi­ne­sen auf ih­ren mo­dera­ten Wohl­stand zu. Über die Glo­ba­li­sie­rung schimpft hier kaum je­mand.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 43/2017.