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Wirt­schaft

Hugo-Boss-Mo­den­schau in Flo­renz

Hugo Boss

Verdacht auf Insider­handel

BaFin erstattet wegen fragwürdiger Aktienverkäufe Anzeige bei der Staatsanwaltschaft.

Die Er­eig­nis­se rund um den Ab­sturz der Hugo-Boss-Ak­tie im Jahr 2016 ha­ben wo­mög­lich ein ju­ris­ti­sches Nach­spiel. Nach mo­na­te­lan­ger Prü­fung hat die Fi­nanz­auf­sicht Ba­Fin An­zei­ge we­gen mut­maß­li­chen In­si­der­han­dels mit Ak­ti­en des Mo­de­kon­zerns er­stat­tet. Die Staats­an­walt­schaft Stutt­gart prüft nun, ob sie ein Er­mitt­lungs­ver­fah­ren ein­lei­tet. Der Hin­ter­grund: Am 23. Fe­bru­ar 2016 warn­te Hugo Boss sei­ne Ak­tio­nä­re per Ad-hoc-Mit­tei­lung vor ei­nem Rück­gang der Ge­win­ne. Der Ak­ti­en­kurs brach am sel­ben Tag um fast 20 Pro­zent ein. Of­fen­bar hat­ten sich je­doch ein­zel­ne In­si­der früh­zei­tig ab­ge­si­chert: Kurz vor der Ver­öf­fent­li­chung wur­den an­schei­nend noch grö­ße­re Men­gen Wert­pa­pie­re ver­kauft. Ge­gen wen sich die An­zei­ge der Ba­Fin rich­tet, woll­ten we­der Fi­nanz­auf­sicht noch Staats­an­walt­schaft of­fen­le­gen. Dem Ver­neh­men nach wird ei­nem Auf­sichts­rat von Hugo Boss vor­ge­wor­fen, In­for­ma­tio­nen über die be­vor­ste­hen­de Ge­winn­war­nung wei­ter­ge­ge­ben zu ha­ben. Da­bei soll es sich um Luca Marz­ot­to han­deln, ei­nen Ver­tre­ter des größ­ten Ein­zel­ak­tio­närs im Auf­sichts­rat. Die Un­ter­neh­mer­fa­mi­lie Marz­ot­to ist seit 1991 an Hugo Boss be­tei­ligt, ak­tu­ell mit zehn Pro­zent. Auf Luca Marz­ot­tos Hin­weis hin soll ein Ver­wand­ter noch recht­zei­tig Boss-Ak­ti­en ver­kauft ha­ben. So­wohl die Wei­ter­ga­be sol­cher In­for­ma­tio­nen als auch ein an­schlie­ßen­der Ak­ti­en­ver­kauf wä­ren il­le­gal. Marz­ot­to sag­te auf An­fra­ge, dass er nichts von Vor­wür­fen in Be­zug auf In­si­der­han­del ge­gen ihn wis­se und auch nicht ge­gen ent­spre­chen­de Ge­set­ze ver­sto­ßen habe. Hugo Boss woll­te den Vor­gang nicht kom­men­tie­ren.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 42/2017.