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Frü­her war al­les schlech­ter

Deutsche Spiele

Ken­nen Sie „Ger­man Ga­mes“? Die Pes­si­mis­ten wa­ren schnell zur Stel­le, als Com­pu­ter­spie­le und Kon­so­len in den Neun­zi­ger­jah­ren Wohn- und Kin­der­zim­mer er­ober­ten. Das Ende des Ge­sell­schafts­spiels sei nah, so lau­te­te die Pro­phe­zei­ung. Brett- und Kar­ten­spie­le wür­den von der di­gi­ta­len Kon­kur­renz ver­drängt wer­den, zu bie­der sei das Ge­sell­schafts­spiel, zu un­spek­ta­ku­lär. An­fangs be­stä­tig­te die Rea­li­tät die Pro­gno­se, die neu­ar­ti­gen Spie­le tra­ten an die Stel­le der al­ten, doch in der Rück­schau war das kaum mehr als eine kon­junk­tu­rel­le Del­le. Bald zog der Um­satz von Ge­sell­schafts­spie­len wie­der an, sie be­haup­te­ten sich, ob­wohl die di­gi­ta­len Spie­le im­mer auf­wen­di­ger wur­den, im­mer na­tur­ge­treu­er. Auch wenn im ver­gan­ge­nen Jahr­zehnt mit Com­pu­ter­spie­len Mil­li­ar­den­um­sät­ze ge­macht wur­den, ge­schah dies nicht zu­las­ten der klas­si­schen Spiel­for­men. Der Markt für Ge­sell­schafts­spie­le steht in Deutsch­land fest bei gut 400 Mil­lio­nen Euro Um­satz im Jahr, Ten­denz in den ver­gan­ge­nen zwei Jah­ren stei­gend. Mag der All­tag auch zu­neh­mend di­gi­tal wer­den, rund 80 Pro­zent der Deut­schen spie­len un­ver­dros­sen wei­ter ihre ana­lo­gen Kar­ten- und Wür­fel­spie­le. Com­pu­ter­spie­le da­ge­gen in­ter­es­sie­ren nur je­den zwei­ten Deut­schen. Deut­sche Spie­le­her­stel­ler stre­ben auch ver­stärkt ins Aus­land. Sie ver­kau­fen nicht nur Spie­le, son­dern ver­än­dern das Image un­se­res Lan­des zum Bes­se­ren. In den USA ist Deutsch­land nun auch das Land der klu­gen Würf­ler: An­spruchs­vol­le Ge­sell­schafts­spie­le sind dort be­kannt als „Ger­man Ga­mes“.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 41/2017.