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Haus­mit­tei­lung

Schmitt, Latsch, Dah­l­kamp

Taus­en­de Sei­ten ver­trau­li­che Er­mitt­lungs­ak­ten und In­for­man­ten, die nur im Schutz der An­ony­mi­tät re­den woll­ten – die Puz­zle­tei­le, die sechs Kol­le­gen in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten zu­sam­men­ge­setzt ha­ben, er­ge­ben das Bild ei­nes kor­rup­ten Kon­zerns: Ma­na­ger des eu­ro­päi­schen Flug­zeug­bau­ers Air­bus ha­ben of­fen­bar über Jahr­zehn­te sys­te­ma­tisch Be­ra­ter und Fir­men be­sto­chen, um Auf­trä­ge zu si­chern. Die In­ves­ti­ga­tiv­re­por­ter Ra­fa­el Busch­mann, Jür­gen Dah­l­kamp, Gun­ther Latsch und Jörg Schmitt stie­ßen mit den Wirt­schafts­re­dak­teu­ren Di­nah Deck­stein und Ge­rald Trau­fet­ter bei Air­bus auf ein Schat­ten­reich, das nun Staats­an­walt­schaf­ten rund um den Glo­bus be­schäf­tigt. Auf der Spur der Schmier­gel­der war der SPIEGEL schon seit Jah­ren: Er hat­te über du­bio­se Ge­schäf­te in Sau­di-Ara­bi­en, Ru­mä­ni­en und Öster­reich be­rich­tet. Die neu­en Un­ter­la­gen zei­gen al­ler­dings, dass es sich nicht um Ein­zel­fäl­le han­del­te, son­dern wohl um eine Un­ter­neh­mens­stra­te­gie. „Air­bus-Chef Tom End­ers kämpft nicht nur um die Zu­kunft des Kon­zerns, der Mil­li­ar­den­stra­fen be­fürch­ten muss“, sagt Schmitt. „Es geht eben­so um sei­ne ei­ge­ne, weil auch sei­ne Ver­gan­gen­heit dunk­le Fle­cken hat.“ zum Ar­ti­kel

Fac­ci­lon­go, Wür­ger in Ban­gla­desch

In Flücht­lings­la­gern im Sü­den Ban­gla­deschs le­ben der­zeit eine hal­be Mil­li­on Men­schen vom Volk der Ro­hin­gya, der mus­li­mi­schen Min­der­heit Bur­mas, un­ter er­bärm­li­chen Be­din­gun­gen: Sie schla­fen im Schlamm, trin­ken ver­seuch­tes Was­ser. Die Ro­hin­gya sind aus ih­rer Hei­mat ge­flo­hen, weil bud­dhis­ti­sche Sol­da­ten Jagd auf sie mach­ten. Re­dak­teur Ta­kis Wür­ger und Fo­to­graf An­to­nio Fac­ci­lon­go be­glei­te­ten den Flücht­ling Aha­med Ka­b­ir, der zu ei­ner Art Kö­nig, „Maji“, im La­ger er­nannt wor­den war – ohne sich dar­um be­wor­ben zu ha­ben. Wür­ger be­ob­ach­te­te ihn bei sei­nem Ver­such, dem La­ger eine Ord­nung zu ge­ben, und war ge­rührt von dem Le­bens­mut der Flücht­lin­ge. Die Fra­ge ist, was für die Men­schen folgt: Nach Bur­ma kön­nen sie nicht zu­rück, und Ban­gla­desch will sie nicht. „Die Ro­hin­gya sind dem Tod ent­flo­hen und ge­stran­det in ei­ner Si­tua­ti­on, in der es schwer ist, ein wür­de­vol­les Le­ben zu füh­ren“, sagt Wür­ger. Sei­ne Re­por­ta­ge le­sen Sie hier

Vor 500 Jah­ren ver­öf­fent­lich­te der Theo­lo­gie­pro­fes­sor Mar­tin Lu­ther in der säch­si­schen Klein­stadt Wit­ten­berg 95 The­sen, mit de­nen er den Papst at­ta­ckier­te. Da­mit be­gann eine Glau­bens­re­vo­lu­ti­on, die den Lauf der Ge­schich­te ge­prägt hat. Die neue Aus­ga­be von SPIEGEL EDI­TI­ON GE­SCHICH­TE über das Zeit­al­ter der Re­for­ma­ti­on schlägt den Bo­gen von den Schlüs­sel­er­eig­nis­sen der frü­hen Neu­zeit bis zum Aus­bruch des Drei­ßig­jäh­ri­gen Krie­ges: wie der Buch­druck Lu­thers Ide­en zum Durch­bruch ver­half, wie die neue Glau­bens­rich­tung das po­li­ti­sche Den­ken ver­än­der­te. Das Heft fasst die bes­ten Bei­trä­ge aus SPIEGEL und SPIEGEL GE­SCHICH­TE zu­sam­men und bie­tet ei­nen tie­fen Ein­blick in eine zer­ris­se­ne Epo­che. Es er­scheint am kom­men­den Diens­tag.