125 Jahre Rolltreppe

Auf­wärts. Der alte, fau­le Mensch­heits­traum, ohne An­stren­gung von hier nach dort zu ge­lan­gen, vor al­lem von un­ten nach oben, ist schon auf viel­fäl­ti­ge Wei­se in Er­fül­lung ge­gan­gen, und die Flie­ge­rei ist na­tür­lich die gla­mou­rö­ses­te Lö­sung des Pro­blems. Zur sel­ben Zeit aber, da Otto Li­li­en­thal Ende des 19. Jahr­hun­derts mit sei­nen ers­ten Flug­ap­pa­ra­ten ab­hob, wur­de an­ders­wo eine schein­bar weit be­schei­de­ne­re Er­fin­dung ge­bo­ren: die Roll­trep­pe. Sie, die Be­we­ge­rin der Un­be­weg­ten, ist in die­sem Jahr 125 Jah­re alt – herz­li­chen Glück­wunsch! Dank ihr glei­ten wir seit­her ste­hend und mit gleich­blei­ben­dem Puls von Eta­ge zu Eta­ge, statt im Schwei­ße des An­ge­sichts die Stu­fen hoch­zu­äch­zen. Ohne die Roll­trep­pe wäre das ur­ba­ne Le­ben – U-Bah­nen, Kauf­häu­ser, Flug­hä­fen – eine elen­de Pla­cke­rei. Ein Ame­ri­ka­ner na­mens Jes­se Reno, Ei­sen­bah­nin­ge­nieur, mel­de­te 1892 das Pa­tent auf eine Art an­stei­gen­des Per­so­nen­för­der­band an, und wie vie­le an­de­re gro­ße Er­run­gen­schaf­ten wur­de auch die­se an­fangs nicht recht ernst ge­nom­men: Das Ding roll­te zu­nächst nur zum Spaß, in ei­nem Ver­gnü­gungs­park in New York. In Deutsch­land gibt es heu­te rund 35 600 Roll­trep­pen, wie der Ver­band Deut­scher Ma­schi­nen- und An­la­gen­bau schätzt. Wür­de man alle deut­schen Roll­trep­pen an­ein­an­der­bau­en, so wür­den sie (bei ei­ner ver­mu­te­ten Durch­schnitts­hö­he von gut drei Me­tern pro Stück) ge­mein­sam eine Höhe von rund 120 Ki­lo­me­tern über­win­den – das ist hö­her als alle 14 Acht­tau­sen­der der Welt auf­ein­an­der­ge­sta­pelt.

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