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Per­so­na­lien

Handwerk mit Glamour

Ist es hilf­reich, in Hol­ly­wood ei­nen be­rühm­ten Na­men zu tra­gen? Fran­ce­sca East­wood, 24, Toch­ter von Clint East­wood, kann die­se Fra­ge ein­deu­tig mit Ja be­ant­wor­ten: „Es hilft bei der Re­ser­vie­rung im Re­stau­rant, es hilft auch, um ir­gend­ei­nen Job zu be­kom­men.“ Fran­ce­sca East­wood will in­zwi­schen aber nicht mehr ir­gend­ei­nen Job, sie treibt ihre Schau­spiel­kar­rie­re vor­an. Ge­ra­de star­te­te in den USA der Hor­ror­thril­ler „The Vault“, in dem sie ne­ben Ja­mes Fran­co auf­tritt. Jetzt hat sie sich vor­ge­nom­men, Ac­tion­fil­me zu dre­hen. Da­bei ist ihr Name wahr­schein­lich nicht hin­der­lich, aber das Hand­werk muss sit­zen, Rol­len be­kommt man nur über ernst­haf­tes Cas­ting. Des­we­gen übte East­wood, de­ren Mut­ter, Fran­ces Fis­her, eben­falls Schau­spie­le­rin ist, im Som­mer Jiu-Jit­su, mach­te Stunt­trai­ning und be­rei­te­te ihre Mo­tor­rad­füh­rer­schein­prü­fung vor. Zum ers­ten Mal war sie als Klein­kind im Arm ih­rer Mut­ter auf der Lein­wand zu se­hen, Fern­se­her­fah­rung sam­mel­te sie mit 18 Jah­ren in ei­ner Rea­li­ty-TV-Se­rie. Das sei aber gar nicht ihr Ding ge­we­sen: „Na­tür­lich ar­bei­te ich in ei­ner Bran­che, in der man be­reit sein muss, auf et­was Pri­vat­le­ben zu ver­zich­ten, aber so of­fen bin ich dann auch wie­der nicht.“

„In die Fresse“

Bis­lang war Mar­tin Sel­mayr, 46, Ka­bi­netts­chef von EU-Kom­mis­si­ons­prä­si­dent Jean­Clau­de Juncker, vor al­lem für sei­nen rup­pi­gen Um­gang mit Kom­mis­si­ons­mit­ar­bei­tern in Brüs­sel be­kannt. Jetzt nimmt er of­fen­bar auch Jour­na­lis­ten ins Vi­sier. Am Diens­tag vor ei­ner Wo­che hielt Sel­mayr eine Rede beim Som­mer­emp­fang des deut­schen Ban­ken­ver­bands in Brüs­sel, da­nach stand er noch mit ei­ner Pres­se­spre­che­rin und meh­re­ren Jour­na­lis­ten zu­sam­men. Als Sel­mayr den Brüs­se­ler SPIEGEL-Kor­re­spon­den­ten Pe­ter Mül­ler sah, kam er auf ein Por­trät zu spre­chen, das der SPIEGEL Ende ver­gan­ge­nen Jah­res über ihn ver­öf­fent­licht hat­te (SPIEGEL 52/​2016). Mar­tin Sel­mayr fühl­te sich nicht zu­tref­fend dar­ge­stellt. „Wenn ich dich da­mals ge­trof­fen hät­te, hät­te ich dir in die Fres­se ge­hau­en“, sag­te er und füg­te hin­zu: „Arsch­lö­cher ma­chen Arsch­loch­jour­na­lis­mus; du wirst von mir nie wie­der ir­gend­ei­ne In­for­ma­ti­on be­kom­men.“ Sel­mayr be­strei­tet den Vor­gang. Re­dak­teur Mül­ler legt Wert auf die Fest­stel­lung, dass er Sel­mayr siezt.

„Politische Totenschändung“

Für die CSU-Eu­ro­pa­ab­ge­ord­ne­te Mo­ni­ka Hohl­mei­er wird die po­li­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zung mit der AfD nun auch per­sön­lich: Ein Un­ter­stüt­zer­ver­ein für die Rechts­po­pu­lis­ten hängt in Mün­chen Pla­ka­te mit ei­nem Bild von Hohl­mei­ers 1988 ver­stor­be­nem Va­ter Franz Jo­sef Strauß auf. Der CSU-Über­va­ter und eins­ti­ge Mi­nis­ter­prä­si­dent „wür­de AfD wäh­len“, be­haup­tet das Pla­kat. „Die­se Form der po­li­ti­schen To­ten­schän­dung ist eine bo­den­lo­se Ge­mein­heit“, är­gert sich Hohl­mei­er. „Mein Va­ter hat sich be­kann­ter­ma­ßen sein gan­zes Le­ben da­für ein­ge­setzt, dass sich alle Bür­ger des ge­mä­ßig­ten rech­ten Spek­trums in der CSU wohl­füh­len. Aber die Rechts­ra­di­ka­len in der AfD wie Björn Hö­cke hät­te er mit al­ler Kon­se­quenz be­kämpft.“ Tat­säch­lich ist von Strauß der Satz über­lie­fert, es dür­fe „rechts von der Uni­on“ kei­ne Par­tei ge­ben. Da ihr Va­ter sich nicht mehr weh­ren kön­ne, so die Eu­ro­pa­ab­ge­ord­ne­te, prüf­ten nun Hohl­mei­er und die CSU ju­ris­ti­sche Schrit­te ge­gen die po­li­ti­sche Ver­ein­nah­mung von Strauß durch die AfD.

Pinguin war gestern

Frü­her hat sie Songs für an­de­re ge­schrie­ben, dann für sich selbst, jetzt ist sie am an­de­ren Ende der Ver­wer­tungs­ket­te an­ge­kom­men: Das neue eng­lisch­spra­chi­ge Al­bum von Car­la Bruni, 49, ehe­ma­li­ges Mo­del und Ehe­frau des frü­he­ren fran­zö­si­schen Prä­si­den­ten Ni­co­las Sar­ko­zy, ent­hält aus­schließ­lich Co­ver­ver­sio­nen. Es er­scheint im Ok­to­ber un­ter dem Ti­tel „French Touch“, und Bruni singt dar­auf so be­rühm­te Lie­der wie „The Win­ner Ta­kes It All“ von Abba oder „High­way to Hell“ von AC/​DC. Bei ei­nem Song ih­res vo­ri­gen Stu­dio­al­bums, er­schie­nen 2013, wur­de noch spe­ku­liert, sie habe den da­ma­li­gen Kon­kur­ren­ten ih­res Man­nes, François Hol­lan­de, mit dem Lied „Le pin­gou­in“ aufs Korn ge­nom­men. Eine Zei­le dar­in lau­tet sinn­ge­mäß: „Ich wer­de es dir bei­brin­gen, Pin­gu­in; ich wer­de dir bei­brin­gen, mei­ne Hand zu küs­sen“. Bruni strei­tet ab, den Text mit Blick auf Hol­lan­de ver­fasst zu ha­ben. Oh­ne­hin sei sie kei­ne Po­li­ti­ke­rin, sag­te sie der „Sun­day Times“, sie sei ein­fach nur Mu­si­ke­rin. Al­ler­dings eine, die so ar­ri­viert ist, dass sie kei­ne The­men mehr hat, über die sie schrei­ben möch­te: „Tex­te über ein er­füll­tes Da­sein sind sel­ten.“

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 37/2017.