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Frü­her war al­les schlech­ter

Frauen und Macht

Dop­pelt so vie­le Sit­ze für Frau­en wie vor 20 Jah­ren. In Deutsch­land fing al­les ganz or­dent­lich an, vor hun­dert Jah­ren. 1919 sa­ßen in der ers­ten Wei­ma­rer Na­tio­nal­ver­samm­lung 37 Frau­en. Das war ein An­teil von 8,7 Pro­zent, für die da­ma­li­ge Zeit nicht schlecht; in den dar­auf­fol­gen­den sechs Wahl­pe­ri­oden pen­del­te sich der An­teil der Frau­en bei etwa 6 Pro­zent ein. Das Ende der pas­sa­blen Frau­en­quo­te brach­te die Reichs­tags­wahl im März 1933 nach der Macht­über­nah­me der Na­tio­nal­so­zia­lis­ten: Der Frau­en­an­teil sank auf un­ter 4 Pro­zent. Gut 80 Jah­re spä­ter sieht die Welt glück­li­cher­wei­se schon ganz an­ders aus: Im­mer mehr Frau­en ge­hö­ren welt­weit zu den po­li­ti­schen Ent­schei­dungs­trä­gern. An­ge­nom­men, sämt­li­che na­tio­na­len Ab­ge­ord­ne­ten der Welt wür­den in ei­nem ein­zi­gen rie­si­gen Par­la­ments­saal zu­sam­men­kom­men, so wäre im­mer­hin fast ein Vier­tel der Sit­ze von Frau­en be­setzt. Die­se Zahl (23,5 Pro­zent) fin­det sich im gro­ßen At­las der nach­hal­ti­gen Ent­wick­lungs­zie­le der Welt­bank – im Ver­gleich zu 1997 (11,3 Pro­zent) hat sich da­mit der An­teil der Frau­en in 20 Jah­ren ver­dop­pelt. Al­ler­dings gibt es heu­te noch Staa­ten, in de­nen kei­ne Frau­en im Par­la­ment sit­zen, etwa im Je­men, in Va­nua­tu oder in Ka­tar. Raum für mehr ist trotz der ins­ge­samt gu­ten Ent­wick­lung über­all: Eine Frau­en­quo­te von 50 Pro­zent oder mehr schaf­fen welt­weit nur zwei Län­der, Bo­li­vi­en (53,1 Pro­zent) und Ru­an­da (61,3 Pro­zent).

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 37/2017.