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Per­so­na­lien

Erfolgreich grau

Der Hol­ly­wood­star Ni­co­le Kid­man, im Juni 50 ge­wor­den, zeigt sich in der TV-Se­rie „Top of the Lake“ in Schön­heit er­graut. In der zwei­ten Staf­fel „Chi­na Girl“, die von Sep­tem­ber an zu se­hen sein wird, hat sie die Ne­ben­rol­le ei­ner an­stren­gen­den Frau mit schar­fem In­tel­lekt über­nom­men, de­ren Ad­op­tiv­toch­ter re­bel­liert. Da­bei trägt sie eine mon­dä­ne Pe­rü­cke mit lan­gen, grau­en Lo­cken. In den ver­gan­ge­nen Jah­ren schien Kid­man, de­ren Ki­no­kar­rie­re ins Sto­cken ge­ra­ten ist, zum In­bild ewi­ger Ju­gend zu er­star­ren. Bo­tox, so die Schau­spie­le­rin, habe sie aus­pro­biert, aber schnell wie­der ab­ge­setzt, um auch wei­ter­hin lä­cheln zu kön­nen. Nun hat sie so­gar gut la­chen. Ihre Dar­stel­lung ei­ner An­wäl­tin im Ru­he­stand in der ame­ri­ka­ni­schen Mi­ni­se­rie „Big Litt­le Lies“, die seit April auch in Deutsch­land läuft, brach­te ihr viel Lob und eine Emmy-No­mi­nie­rung ein – die Ver­lei­hung ist Mit­te Sep­tem­ber. Bei­de Se­ri­en the­ma­ti­sie­ren se­xu­el­le Ge­walt und Miss­brauch von Kin­dern. Wenn es um in­ne­re Dä­mo­nen geht, zeigt Kid­man, was für eine groß­ar­ti­ge Schau­spie­le­rin sie ist.

Mit allen Mitteln

Sei­ne Be­wun­de­rer hal­ten ihn für ein Ge­nie, sei­ne Fein­de für ei­nen ge­fähr­li­chen Ty­pen: Mark Zu­cker­berg, 33, Grün­der und Chef von Face­book, po­la­ri­siert. Man­che träu­men so­gar da­von, ihn zum Prä­si­den­ten der USA zu ma­chen. Laut ei­ner Um­fra­ge im Juli wür­de das Ren­nen un­ent­schie­den aus­fal­len: Do­nald Trump und Zu­cker­berg lä­gen nach Ein­schät­zung der Be­frag­ten gleich­auf, wenn der In­ter­net­mil­li­ar­där 2020 ge­gen Trump an­tre­ten wür­de. Zu­cker­berg de­men­tier­te zwar jede Ab­sicht, das höchs­te Amt der Ver­ei­nig­ten Staa­ten an­zu­stre­ben – seit Ja­nu­ar, also seit Trumps In­au­gu­ra­ti­on, geis­tern je­doch Ge­rüch­te durch die Me­di­en. Ein Künst­ler, der un­ter dem Pseud­onym Sabo Stree­tart kre­iert, hat jetzt vor­sorg­lich eine Anti-Zu­cker­berg-for-Pre­si­dent-Kam­pa­gne ge­star­tet. In di­ver­sen ka­li­for­ni­schen Städ­ten häng­te er Pla­ka­te mit dem Spruch „F(*)ck Zuck 2020“ auf, an­stel­le des (*) steht eine Face­book-Hand mit aus­ge­streck­tem Mit­tel­fin­ger. Sabo, der schon mehr­mals mit po­li­tisch un­kor­rek­ten Wer­ken sei­ner kon­ser­va­ti­ven po­li­ti­schen Ein­stel­lung Aus­druck ver­lie­hen hat, er­hielt in­zwi­schen eine Nach­richt von Face­book: Sei­ne Sei­te auf dem so­zia­len Netz­werk sei we­gen Hate Speech ge­sperrt wor­den. Di­rek­ten Be­zug auf die neu­en Pla­ka­te nahm die Mit­tei­lung nicht.

Vielsprachig

Als er an­kün­dig­te, ab 2020 sol­len alle Mas­ter­stu­di­en­gän­ge an sei­ner Uni­ver­si­tät nur noch auf Eng­lisch an­ge­bo­ten wer­den, mach­te sich Wolf­gang A. Herr­mann, 69, Prä­si­dent der Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät Mün­chen, kei­ne Freun­de beim Ver­ein Deut­sche Spra­che. Eine deut­sche Uni, die eine Fremd­spra­che der­art för­dert, ist nicht im Sin­ne der Sta­tu­ten. Herr­mann wur­de zum „Sprach­pan­scher des Jah­res“ er­klärt. Der Bund Bai­ri­sche Spra­che hin­ge­gen ist to­le­ran­ter. Der Ver­ein BBS kämpft tap­fer und un­er­müd­lich für den Er­halt der baye­ri­schen Mund­art und lud Herr­mann ein, am ver­gan­ge­nen Sonn­tag eine Lau­da­tio auf die Ka­ba­ret­tis­tin Mar­ti­na Schwarz­mann zu hal­ten – was er in schöns­tem mit­tel­bai­ri­schen Ba­sis­dia­lekt auch tat. Die Künst­le­rin er­hielt im Thea­ter am Ha­gen in Strau­bing vom BBS den Sprach­preis „Bai­ri­sche Sprach­wur­zel“. Die Aus­zeich­nung geht all­jähr­lich an Pro­mi­nen­te mit Vor­bild­cha­rak­ter, die auch in der Öffent­lich­keit Mund­art spre­chen. Im Na­men des Ver­an­stal­ters be­dank­te sich eine Stu­den­tin bei Herr­mann für sei­nen Auf­tritt – auf Eng­lisch.

Hüter der Zeit

Soll­te ihn je­mand zwin­gen, den Job zu wech­seln, wäre er gern Schau­spie­ler, ver­rät der Ge­bäu­de­ma­na­ger Ste­ve Jaggs, 53. Aber sein heu­ti­ger Ar­beits­platz war ihm viel­leicht vor­her­be­stimmt: Als Acht­jäh­ri­ger war er mit sei­nen El­tern auf dem Par­li­a­ment Squa­re in Lon­don und schoss um Punkt zwölf Uhr ein Foto von Big Ben. Das Bild hat er heu­te noch – und seit zwei Jah­ren ar­bei­tet er als „Kee­per of the Gre­at Clock“. In die­ser Funk­ti­on ist er ver­ant­wort­lich für ei­nes der Wahr­zei­chen der Haupt­stadt, eine eh­ren­vol­le Auf­ga­be. Kom­men­den Mon­tag um zwölf Uhr mit­tags wird die be­rühm­te Glo­ck­en­ton­fol­ge zum vor­erst letz­ten Mal er­tö­nen. Nur an Sil­ves­ter und am Re­mem­bran­ce Sun­day sol­len Aus­nah­men ge­macht wer­den. Uhr­werk und Turm müs­sen drin­gend re­no­viert wer­den, vor­aus­sicht­lich bis 2021. Jaggs, seit 26 Jah­ren für das Lon­do­ner Par­la­ment tä­tig, hat als Klemp­ner an­ge­fan­gen, ging dann noch mal aufs Col­le­ge und ma­nagt heu­te ei­nen gan­zen Stab von Mit­ar­bei­tern, zu den Auf­ga­ben ge­hört die In­stand­hal­tung von 2000 Uh­ren auf dem Are­al. „Lang wird mir die Zeit auch ohne Big Ben si­cher nicht“, sagt Jaggs.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 34/2017.