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Haus­mit­tei­lung

Schmundt im Glück

Ein Som­mer ohne Al­pen­ur­laub wäre sinn­los, fin­det Spiegel-Re­dak­teur Hil­mar Schmundt. Seit Jah­ren ist er in den Ber­gen un­ter­wegs. Schon als Kind ver­brach­te er die Fa­mi­li­en­ur­lau­be re­gel­mä­ßig in Süd­ti­rol, seit­her be­stieg er Mat­ter­horn, Watz­mann und Zug­spit­ze. Mit dem Re­gis­seur Phil­ipp Stölzl ("Nord­wand") er­reich­te er den Gip­fel des Ei­ger. Die Fas­zi­na­ti­on fürs wil­de Herz Eu­ro­pas teilt Schmundt mit über hun­dert Mil­lio­nen Tou­ris­ten jähr­lich. Auch Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel ge­hört dazu. Was lockt die­se Men­schen­mas­sen in die Ein­öde? Schmundt reis­te kreuz und quer durch das Ge­bir­ge und stell­te er­staunt fest: „Von we­gen ewig wie die Ber­ge. Die Al­pen wer­den durch den Kli­ma­wan­del ra­sant um­ge­baut, sie sind we­ni­ger Idyll als Zu­kunfts­la­bor.“ zum Ar­ti­kel

Oehm­ke

Als Spiegel-Kor­re­spon­dent Phil­ipp Oehm­ke und Fo­to­graf An­d­rew Spe­ar in den USA eine he­ro­in­über­schwemm­te Sied­lung in Hun­ting­ton, West Vir­gi­nia, auf­such­ten, ka­men sie nicht weit: Ein Po­li­zei­jeep stopp­te die Re­por­ter. Die Cops hiel­ten die SPIEGEL-Leu­te für Dro­gen­ku­rie­re. Hun­ting­ton gilt als das Zen­trum der größ­ten He­roi­ne­pi­de­mie, die die USA je er­lebt ha­ben. Oehm­ke sprach mit Ab­hän­gi­gen, er re­cher­chier­te, wie die Men­schen erst von opi­oi­d­hal­ti­gen Schmerz­mit­teln wie Oxy­codon ab­hän­gig wer­den, dann auf He­ro­in um­stei­gen und schließ­lich bei neu­en, oft töd­li­chen Dro­gen wie Fen­tanyl lan­den. Chris­toph Scheu­er­mann frag­te der­weil bei der Trump-Re­gie­rung nach Lö­sun­gen. Jo­hann Grol­le wie­der­um er­fuhr in Bos­ton, wie ein­fach der Ein­stieg in die Sucht­kar­rie­re sein kann. Nach Ex­trak­ti­on ei­nes Weis­heits­zahns be­kam er ein Re­zept. Grol­le nahm die Pil­len. Die Schmer­zen lie­ßen nach. Doch auch ein an­ge­nehm-woh­li­ges Ge­fühl stell­te sich ein. Oxy­codon stand auf der Arz­nei. Es war je­nes mit He­ro­in eng ver­wand­te Schmerz­mit­tel. zum Ar­ti­kel

Hop­pe

Rein zu­fäl­lig wie­der­um er­fuhr Spiegel-Re­dak­teur Ralf Hop­pe von ei­nem du­bio­sen Geld­wä­sche­ver­fah­ren, mit dem Iran mut­maß­lich ver­such­te, die bis 2016 we­gen des Atom­pro­gramms gel­ten­den Wirt­schafts­sank­tio­nen zu um­ge­hen. Hop­pe re­cher­chier­te in der Tür­kei ge­ra­de die gänz­lich un­ver­däch­ti­ge Vor­lie­be der Tür­ken für Ka­na­ri­en­vö­gel, als ihn der An­ruf ei­nes In­for­man­ten er­reich­te. Der Mann be­haup­te­te, ihm sei­en gro­ße Men­gen an Gold ex­trem bil­lig an­ge­bo­ten wor­den. Eine Fehl­in­for­ma­ti­on zwar, doch Hop­pes Ehr­geiz war ge­weckt. Mo­na­te­lang ar­bei­te­te er dar­an, ei­nen gut 500 Sei­ten star­ken Er­mitt­lungs­be­richt zu ve­ri­fi­zie­ren, der eine Art in­ter­na­tio­na­les Hüt­chen­spiel skiz­zier­te: Ein­ge­fro­re­nes ira­ni­sches Geld ver­wan­del­te sich dem­nach auf aben­teu­er­li­che Wei­se über die Tür­kei in un­ver­däch­ti­ges Gold. Zu­sam­men mit Hau­ke Goos schrieb Hop­pe die Räu­ber­pis­to­le auf. Für Hop­pe, der in den Vor­ru­he­stand geht, war es die letz­te Spiegel-Ge­schich­te. zum Ar­ti­kel