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Elke Schmit­terBes­ser weiß ich es nicht

Waffen im Körb­chen

Das Le­ben be­steht zu ei­nem nicht ge­rin­gen Teil aus dem, was man Ne­ben­fol­gen nennt. Sie kön­nen den All­tag auf gran­dio­se Wei­se in Schwin­gung brin­gen; ein Gen­re von Lie­bes­ro­ma­nen lie­ße sich so cha­rak­te­ri­sie­ren: Mann lernt Frau am Bahn­hof ken­nen, weil die zu­fäl­lig mit sei­ner Mut­ter im Ab­teil saß, sie ver­lässt ih­ren Gat­ten, wird von der Ge­sell­schaft ge­schmäht, wirft sich am Ende vor den Zug. Mo­der­ne, hei­te­re Fas­sung: Mann im Ho­me­of­fice will sich ei­nen Kaf­fee ko­chen, die letz­te Kap­sel steckt aus­ge­höhlt im Hei­m­au­to­ma­ten, an der Kas­se im Su­per­markt sitzt die Frau sei­ner Träu­me. Vom Gro­schen­heft zur Fort­set­zungs­ge­schich­te, wenn die Ne­ben­fol­gen eine Ket­te bil­den: Auf dem Weg zum Su­per­markt hat er ei­nen Un­fall, kommt ins nächst­ge­le­ge­ne Kran­ken­haus, er­kennt in der An­äs­the­sis­tin sei­ne gro­ße Lie­be. Ein Epos lau­ert, wenn sich die Ket­ten kreu­zen: Die An­äs­the­sis­tin ist seit 36 Stun­den im Dienst, weil die Per­so­nal­de­cke im­mer knap­per wird (hier lässt sich ein Aus­flug in die Ge­sund­heits­po­li­tik und die FDP-Zen­tra­le un­ter­brin­gen), ist durch Über­mü­dung mo­ra­lisch po­rös und be­ginnt Af­fä­re, ob­wohl mit ei­nem Mann ver­hei­ra­tet, der in li­bi­di­nö­ser Hin­sicht kei­nen Spaß ver­steht und sich im de­so­lat or­ga­ni­sier­ten Sport­schüt­zen­ver­ein (Wart ist Al­ko­ho­li­ker) eine Waf­fe aus dem un­ge­si­cher­ten Schrank neh­men kann.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 33/2017.