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Kultur

Mor­gan­ti

Tanz­thea­ter

In großen Schuhen

Die Tra­gik des Tan­zens ist die Tra­gik des Le­bens: Wenn man jung ist, stark, schnell, bieg­sam, weiß der Kopf noch nicht, was er mit dem Kör­per al­les an­stel­len kann. Wenn der Kopf so weit ist, kommt der Kör­per nicht mehr hin­ter­her. Frü­her, mit 20 oder 30, habe sie sich fast nicht auf­wär­men müs­sen, be­rich­tet die ita­lie­ni­sche Star­tän­ze­rin Cris­tia­na Mor­gan­ti im Ma­ga­zin des Ber­li­ner Fes­ti­vals „Tanz im Au­gust“. „Jetzt muss ich je­den Mus­kel lan­ge vor­be­rei­ten und deh­nen. Das ist frus­trie­rend, denn jetzt, wo ich ge­nau ver­stan­den habe, wie ich et­was ger­ne tan­zen wür­de, wird es im­mer schwie­ri­ger, es auch kör­per­lich um­zu­set­zen.“ Mor­gan­ti, in­zwi­schen 50, per­form­te 22 Jah­re lang im Tanz­thea­ter Wup­per­tal Pina Bausch. Als sie die le­gen­dä­re Trup­pe 2014 ver­ließ, cho­reo­gra­fier­te sie für sich selbst das Solo Jes­si­ca and Me, eine ge­tanz­te Au­to­bio­gra­fie. In ei­ner Sze­ne glei­tet sie in Lack­pumps, Grö­ße 47, über die Büh­ne; die Schu­he sind ihr viel zu groß. Beim Ber­li­ner Fes­ti­val zeigt Mor­gan­ti das Solo nun zum ers­ten Mal in Deutsch­land, im Land ih­rer größ­ten Er­fol­ge (19. und 20. Au­gust, Heb­bel am Ufer). Was sie ver­mis­se, seit Pina Bausch tot ist? „Ihre Kor­rek­tu­ren“, sagt Mor­gan­ti. „Man hat­te im­mer das Ge­fühl, dass sie al­les wahr­nimmt. Sie hat so per­fekt ana­ly­siert.“

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 33/2017.