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Frü­her war al­les schlech­ter

Wasserver­brauch

Was­ser marsch. Die Deut­schen spa­ren gern Was­ser. Zum Bei­spiel mit dem Per­la­tor, ei­nem Strahl­reg­ler, der an den Hahn ge­schraubt wird. Man­che le­gen Back­stei­ne in den Spül­kas­ten, um die Füll­men­ge zu re­du­zie­ren. Jüngst kam ein Fen­chel­öl auf den Markt, das man in die Klo­schüs­sel tropft, falls man das Was­ser für die zwei­te Spü­lung spa­ren möch­te, aber den Ge­stank ver­ste­cken und da­bei, so der Wer­be­text, „sei­ne Wür­de wah­ren“ will. Sol­che und an­de­re Spar­be­mü­hun­gen sor­gen da­für, dass der Was­ser­ver­brauch in Deutsch­land heu­te bei 123 Li­tern pro Kopf und Tag liegt, 1991 lag er bei 144 Li­tern, 1963 ver­brauch­te je­der West­deut­sche 171 Li­ter – ein Rück­gang, der dem In­halt von 24 Six­packs Bier ent­spricht. Schön, denkt man, Was­ser spa­ren, fei­ne Sa­che, und ein gu­tes Bei­spiel für die „Frü­her war al­les schlech­ter“-Ru­brik (die üb­ri­gens beim SPIEGEL, pas­send zum The­ma der Wo­che, „Früh­WaSch“ heißt). Aber: Was­ser ist kei­ne knap­pe Res­sour­ce in Deutsch­land. Wer Stei­ne in sei­nen Spül­kas­ten legt, spart da­mit kei­nen Trop­fen für die Sa­hel­zo­ne, weil deut­sches Was­ser nicht in Afri­ka fließt. Was­ser­ver­sor­ger kla­gen längst über die Knau­se­rei, sie brem­se die Fließ­ge­schwin­dig­keit in den Roh­ren, was Ab­la­ge­run­gen be­güns­ti­ge. Um das zu ver­mei­den, spü­len die Ver­sor­ger ihre Lei­tun­gen mit Trink­was­ser, was öko­lo­gisch frag­wür­dig ist und teu­er. Man muss also sa­gen: Nicht al­les, was frü­her schlech­ter war, ist heu­te un­be­dingt bes­ser.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 33/2017.