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Russ­land

Land der Schlagbäume

Drei Jahrzehnte lang berichtete
Christian Neef als Korrespondent aus dem Osten, nun hört er auf und verlässt Moskau. Anlass genug für einen Blick zurück.

Die­ser Tage fiel mir da­heim ein Buch in die Hand, das ich aus den Au­gen ver­lo­ren hat­te. Es heißt „Russ­land. Ge­sich­ter ei­nes zer­ris­se­nen Lan­des“. Das mag kein son­der­lich ori­gi­nel­ler Ti­tel sein, aber in­halt­lich trifft er das The­ma. Das Buch be­han­delt Russ­land, wie es vor ei­nem Vier­tel­jahr­hun­dert war: eine Art Ir­ren­haus. Die So­wjet­uni­on war ge­ra­de erst un­ter­ge­gan­gen, die Hoff­nung auf ei­nen Neu­an­fang fast wie­der ver­siegt. Frü­he­re Funk­tio­nä­re und ge­wief­te Ge­schäf­te­ma­cher hat­ten das Erbe des So­wjet­staa­tes an sich ge­ris­sen und ge­nos­sen ih­ren plötz­li­chen Wohl­stand, die Mehr­heit der Rus­sen aber war ver­armt. Groß­müt­ter stan­den bei Wind und Wet­ter auf den „Tol­kutsch­kas“, den Floh­märk­ten, und mach­ten ihr Hoch­zeits­ser­vice zu Geld. Ne­ben­an stan­den Schü­ler und prie­sen ihr lie­be­voll ge­pfleg­tes Brief­mar­ken­al­bum an. An den Rän­dern des Rei­ches herrsch­te un­ter­des­sen Krieg.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 32/2017.