Gemüt­lich­keits­furor

Essay Das neue Biedermeier – Kultur in den Zeiten Merkels.
Von Nils Minkmar

Sel­ten kommt das Pu­bli­kum der Bun­des­kanz­le­rin so nahe wie beim Tal­kabend der Zeit­schrift »Bri­git­te« in Ber­lin. Vor vier Jah­ren war An­ge­la Mer­kel schon ein­mal dort und gab wohl­über­leg­te Ein­bli­cke in ihr häus­li­ches Le­ben als ko­chen­de und ba­cken­de Frau. In die­sem Jahr kam dem Ter­min im Nach­hin­ein eine be­son­de­re Be­deu­tung zu: Mer­kel setz­te mit ei­ner Be­mer­kung zum The­ma der Ehe für alle eine Fol­ge von Er­eig­nis­sen in Gang, die dazu führ­ten, dass ein ent­spre­chen­des Ge­setz ver­ab­schie­det wer­den konn­te. Sie selbst stimm­te da­ge­gen. Aber es lohnt sich, den ge­sam­ten Auf­tritt zu be­trach­ten. Es ist eine Stu­die in mer­kel­scher Den­kungs­art und da­mit auch eine Deu­tung über un­ser Land und un­se­re Zeit, denn nach zwölf Jah­ren hat sie Deutsch­land nicht nur po­li­tisch, son­dern eben auch ha­b­i­tu­ell und kul­tu­rell ge­prägt. Das ge­lingt ihr umso bes­ser, je mehr sie vor­gibt, dar­auf kei­nen Wert zu le­gen.

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